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Debatte um Väter-Recht: Ministerin Schreyer betont Kindeswohl | BR24

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Mutter geht mit Kind und Kinderwagen über einen Weg aus Kopfsteinpflaster (Archivbild).

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Debatte um Väter-Recht: Ministerin Schreyer betont Kindeswohl

Nicht die Frage nach Väter- oder Mütterrechten sollte bei Trennungen im Vordergrund stehen, sondern das Kindeswohl: Bayerns Sozialministerin Schreyer äußert sich zurückhaltend zum Vorschlag von Familienministerin Giffey, Väter besser zu stellen.

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Bundessozialministerin Franziska Giffey will Väter von Trennungskindern rechtlich besser stellen und hat Reformen angekündigt. Auch Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU) hat grundsätzlich nichts gegen eine Reform des Unterhaltsrechts und befürwortet sie, wenn sie das Kindswohl besser fördern. Zu den Äußerungen von Giffey wendet Schreyer aber ein:

"Was sie aber in ihren Aussagen tut, die ich bisher gelesen habe, ist, dass sie den Umgang und das Unterhaltsrecht vermischt. Das macht natürlich wenig Sinn. Denn wir müssen uns ja die Frage stellen, nicht was sind Väterrechte oder was sind Mütterrechte, sondern entscheidend ist, was brauchen Kinder, damit es ihnen gut geht." Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU) zum BR

Schreyer: "Den Einzelfall stärker in den Blick nehmen"

Reformen sind nach Ansicht von Schreyer dann richtig, wenn dadurch individueller und flexibler am Kindswohl entschieden wird. Es sei nötig, "dass Gerichte mutiger sind, den Einzelfall stärker in den Blick zu nehmen". Gericht sollten Schreyer zufolge mit der sozialpädagogischen Expertise schauen, "was ist für diese Familie und insbesondere für dieses Kind wichtig".

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Bayerns Sozialministerin hat zurückhaltend auf den Vorschlag von Bundesfamilienministerin Giffey reagiert, Väter von Trennungskindern finanziell besser zu stellen. Schreyer pocht auf den Vorrang des Kindeswohls.

Giffey: "Das Recht der gesellschaftlichen Realität anpassen"

Familienministerin Franziska Giffey will Väter von Trennungskindern finanziell besserstellen. Es gehe nicht an, "dass der Vater weiterhin den vollen Unterhalt zahlen muss, auch wenn das Kind viel Zeit bei ihm verbringt und sogar ein eigenes Zimmer bei ihm hat", sagte die SPD-Politikerin der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Das Recht müsse hier der gesellschaftlichen Realität angepasst werden.

Giffey sprach sie sowohl für eine Reform des Sorge- und Umgangsrechts als auch Änderungen im Unterhaltsrecht aus, die möglichst viel Flexibilität für verschiedene Betreuungsmodelle lassen.

Grundsätzliche Zustimmung von CDU und FDP

Beim Koalitionspartner CDU stoßen die Pläne Giffeys zur Reform des Unterhaltsrechts grundsätzlich auf Zustimmung. Die Überlegungen gingen prinzipiell in die richtige Richtung, sagte Unionsfraktionsvize Thorsten Frei der Funke-Mediengruppe.

Frei betonte aber auch, Lösungen, bei denen Elternkonflikte auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden, müssten vermieden werden. Zustimmung bekommt Giffey auch von der FPD: Ein Konzept, nach dem ein Elternteil zahle und der andere betreue, sei nicht mehr zeitgemäß, sagt Katja Suding, stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende.