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Debatte um Schichtmodell an Schulen: Piazolo zeigt sich offen | BR24

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Am Montag tagen die Kultusminister und beraten die nächsten Schritte. Im Raum steht zum Beispiel ein Schichtmodell: Danach werden Klassen wochenweise geteilt, um die Abstände einzuhalten.

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Debatte um Schichtmodell an Schulen: Piazolo zeigt sich offen

Ab Montag dürfen in Bayern die Abschlussklassen wieder in die Schule. Doch wie geht es danach weiter? Der Deutsche Lehrerverband plädiert für einen Unterricht im Schichtbetrieb. Im BR hat Kultusminister Piazolo auf den Vorschlag reagiert.

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Von
  • Christoph Dicke

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hat die Vorschläge des Deutschen Lehrerverbandschefs Heinz-Peter Meidinger zur Wiederaufnahme des schulischen Präsenzunterrichts für alle Jahrgangsstufen wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Solche Schichtmodelle, wonach die Schüler im Wochenrhythmus zwischen Schul- und Heimunterricht wechseln könnten, würden schon seit Wochen auch mit den anderen Kultusministern besprochen, sagte Piazolo dem BR. Es sei aber nur eines von mehreren Modellen.

Piazolo: Im Sinne des Gesundheitsschutzes vorgehen

Der Kultusminister betonte, dass ihm sehr wohl auch die jüngeren Schülerinnen und Schüler am Herzen lägen. Schon vor Tagen hatte Piazolo klargemacht, dass auch in Bayern alle Schüler noch in diesem Schuljahr ihre Klassenräume wiedersehen sollten. Man müsse aber sorgsam im Sinne des Gesundheitsschutzes vorgehen.

Derzeit gibt es in Deutschland eine Art Stufenmodell: So kehren in Bayern ab Montag zunächst 14 Prozent der Schüler wieder in die Schule zurück: "Diejenigen, die vor Prüfungen stehen", so Piazolo. Am 11. Mai sollen dann diejenigen Klassen wieder in die Schule gehen, die im nächsten Jahr ihren Abschluss machen. Keinen Termin nannte der Minister bislang für die restlichen Schüler, hier werde die Staatsregierung weiter "auf Sicht fahren", hieß es bereits am vergangenen Mittwoch. In anderen Bundesländern kehren in dieser zweiten Stufe auch bereits die Viertklässler in die Grundschulen zurück.

Schichtmodell: Eine Woche in der Schule, eine Woche Heimunterricht

Der Schichtmodell-Vorschlag des Präsidenten des Deutschen Lehrverbandes, Meidinger, würde die Klassen teilen. Es kämen dann abwechselnd für je eine Woche die eine Hälfte und dann die andere Hälfte der Schüler in die Schule. Für die jeweils andere Woche erhielten sie dann Aufgaben für zu Hause. Das wäre nach Meidingers Ansicht ein praktikables Modell, das auf der einen Seite die geltenden Abstandsregelungen berücksichtigt und auf der anderen Seite verhindert, dass ganze Klassenstufen auf absehbare Zeit zu Hause bleiben müssten.

"Die Politik wäre auf der Grundlage dieses Modells in der Lage, einen schrittweisen, nach Klassenstufen gestaffelten Zeitplan der Rückkehr von Schülern in den Präsenzunterricht vorzulegen, der es vermutlich allen Schülern ermöglicht, noch in diesem Schuljahr in die Schulen zurückzukehren", sagte Meidinger.

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Bayerns Kultusminister Piazolo sagte dem BR, Schichtmodelle für Schulen würden seit Wochen überlegt.

BLLV: Auch der Schülertransport muss gegeben sein

Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Simone Fleischmann, sagte dem BR, es müssten "jetzt nicht 27 Modelle im Vorfeld diskutiert werden". Ein Schichtmodell als eines von mehreren Möglichkeiten müsse auch den Schülertransport berücksichtigen, "wenn die einen gehen und die anderen kommen".

Man müsse aber Schritt für Schritt vorgehen und die jetzigen ersten Stufen der Rückkehr der Abschlussklassen und dann der Abschlussklassen des nächsten Jahres zunächst evaluieren. Die Lehrkräfte seien jedenfalls bereit, ihre Lösungskompetenz vor Ort für die Vorgaben der Politik einzusetzen, betonte Fleischmann im BR. Die Ungeduld vieler Eltern in der jetzigen Situation könne sie verstehen. Doch müsse die Risikoabwägung weiter im Vordergrund stehen.

Philologenverband: Vorsichtiger Kurs richtig

Der Bayerische Philologenverband (bpv) erklärte mit Blick auf Meidingers Idee, das Modell sei ein nahe liegender Vorschlag. "Angesichts der notwendigen Abstandsregeln ergibt sich zwangsläufig eine Teilung oder gar Drittelung von Klassen, wenn diese wieder in die Schulen zurückkehren", sagte der bpv-Vorsitzende Michael Schwägerl. Aber niemand könne momentan abschätzen, wann alle Jahrgangsstufen wieder in der Schule unterrichtet werden könnten. Schwägerl betonte: "In Bayern, das ja sehr stark von Covid-19 betroffen ist, wird ein vorsichtiger Kurs gefahren, es gibt keinen Grund, ihn jetzt zu verlassen."

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Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, Simone Fleischmann, hält das Schichtmodell für eine Möglichkeit neben anderen.

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