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Daunenjacken- und Skisport-Pionier Obermeyer wird 100 Jahre alt | BR24

© Rucksackradio

Jetzt ist sie wieder da – die Zeit der dicken warmen Jacken. Nicht wegzudenken aus der Winterbekleidung ist die Daunenjacke. Populär gemacht hat sie vor rund 60 Jahren ein Allgäuer: Klaus Obermeyer aus Oberstaufen. Er wird heute 100 Jahre alt.

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Daunenjacken- und Skisport-Pionier Obermeyer wird 100 Jahre alt

Seinen 100. Geburtstag feiert heute Klaus Obermeyer. Vor bald 60 Jahren machte er die Daunenjacke populär – nicht zu Hause im Allgäu, sondern in den USA, wo er einst half, Aspen zum Skiport-Zentrum zu machen. Obermeyer selbst fährt noch immer Ski.

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1947 wurden die ersten Skilifte am Aspen Mountain gebaut, im Gebiet der ehemaligen Silberminen: ein Einzel-Sessellift aus alten Minenteilen und ein Schlepplift am Little Nell. Die Skiläufer fuhren im dicken Wintermantel den Berg hinauf und schickten den Mantel dann mit dem Lift wieder hinab. Der Allgäuer Klaus Obermeyer kam damals als Skilehrer nach Aspen und suchte bald nach einer praktischeren und dennoch warmen Alternative. Seine Mutter hatte darauf bestanden, dass er ein Daunenbett mit auf seine Reise nach Nordamerika zu nehmen hatte, erzählt Obermeyer kurz vor seinem 100. Geburtstag.

Daunenbett aus Deutschland musste für die ersten Jacken herhalten

Das Daunenbett "habe ich aufgeschnitten und einen Anorak draus gemacht", sagt Obermeyer. Die erste Kollektion von 75 blütenweißen Daunenjacken kam 1951 auf den Markt, zu 75 Dollar das Stück. Klaus Obermeyer wurde in der Folgezeit zum "Willy Bogner von Amerika". Obermeyer-Sportmoden sind heute eine Institution in Aspen, und die Celebrities aus Hollywood kaufen die Produkte. Den Bezug zu seiner alten Heimat, dem Allgäu, hat Obermeyer aber nie verloren. Ab und zu fliegt er zurück, genießt ein gutes Bier, Weißwürste und Käsespätzle, sagt Obermeyer.

Mit 100 Jahren noch immer selbst auf den Pisten von Aspen unterwegs

Noch immer wirkt Obermeyer fit wie ein Turn- oder besser gesagt: wie ein Skischuh. Er fährt die legendäre Piste "Highland Bowl" in Aspen mehr als nur einmal pro Saison hinunter. "In guter Form zu bleiben, ist relativ leicht" sagt Obermeyer, "wenn man nie aufhört, Sport zu treiben".