Abgetrennte Mehrbett-Parzellen für Geflüchtete in einer Industriehalle
Bildrechte: BR/Christian Michael Hammer

Eigentlich ist es eine Industriehalle, jetzt haben in der Notunterkunft bis zu 170 Geflüchtete Platz.

Per Mail sharen
Artikel mit Audio-InhaltenAudiobeitrag

Dasinger Ex-Impfzentrum als Notunterkunft für Geflüchtete bereit

Viele Geflüchtete, wenig Platz: Nach Bayern fliehen nach wie vor viele Menschen aus der Ukraine, doch es gibt weniger Unterkünfte als in anderen Ländern. In Dasing hat der Landkreis deshalb nun sein ehemaliges Impfzentrum zur Notunterkunft umgebaut.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben am .

Die Zahl der Geflüchteten, die in Deutschland Schutz vor dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine suchen, ist weiterhin hoch. Für ihre Unterbringung sind Landkreise und Kommunen zuständig. Deshalb suchen die Behörden aktuell nach entsprechenden Unterkünften und Wohnraum, wie zum Beispiel im Landkreis Aichach-Friedberg: Der Kreis hat sein ehemaliges Impfzentrum im Dasinger Industriegebiet umfunktioniert und für die aktuell akutere Aufgabe umgebaut, nämlich die Unterbringung der Ukrainerinnen und Ukrainer.

Die Unterkunft ist ab sofort bezugsfertig, nachdem allerhand baurechtliche und brandschutzrechtliche Fragen den Start laut Landrat Klaus Metzger (CSU) zunächst verzögert hatten. 170 Personen können dort künftig "notuntergebracht" werden. Den ersten Bus mit Geflüchteten erwartet der Landkreis in der kommenden Woche.

Landkreis will Geflüchtete möglichst schnell weiterverteilen

Die Einrichtung soll Metzger zufolge ausschließlich als Erstunterkunft dienen. Die Geflüchteten sollen nur eine möglichst kurze Zeit dort verbringen, maximal drei Wochen. Der Grund dafür liegt in der schlechten Anbindung: Das Gelände liegt in einem Industriegebiet und es gibt dort keinen nahegelegenen ÖPNV. Deshalb würden die Geflüchteten laut dem Landrat so schnell wie möglich von Dasing aus auf andere, dezentrale Unterkünfte im Landkreis verteilt.

Dem CSU-Politiker zufolge stand das ehemalige Impfzentrum seit Anfang vergangenen Jahres leer. Mit der neuen Nutzung habe man Synergien genutzt. Die Aufnahmekapazitäten in seinem Landkreis sieht Metzger dann erreicht, wenn Geflüchtete "nicht mehr ordentlich und menschenwürdig untergebracht werden können". Es sei gesamtgesellschaftlicher Konsens, den Menschen zu helfen und ihre Grundversorgung zu gewährleisten.

Bildrechte: BR/Christian Michael Hammer
Artikel mit Bild-InhaltenBildbeitrag

Für die Grundversorgung der Geflüchteten stehen zahlreiche Waschmaschinen bereit.

Mehrzahl der Geflüchteten im Landkreis derzeit aus der Ukraine

Simone Losinger ist die Leiterin der Ausländerbehörde des Landratsamtes Aichach-Friedberg und hat den Überblick: Rund 1.800 Geflüchtete befinden sich derzeit im Landkreis. Dessen Kapazitätsgrenze für die Unterbringungen hänge davon ab, wie lange es noch möglich sei, "Geflüchtete ordentlich und menschenwürdig zu versorgen", darin sind sich Amtsleiterin und Landrat einig.

Am vergangenen Mittwoch sei zuletzt ein Bus mit 38 Menschen aus der Ukraine angekommen. Die Zahl der Geflüchteten aus dem Kriegsgebiet sei weiterhin hoch. Sie machen die deutliche Mehrheit der Geflüchteten aus - auch, weil Bayern im bundesweiten Vergleich noch immer weniger Kriegsflüchtlinge aufgenommen habe als andere Bundesländer. Aus anderen Herkunftsländern, wie Syrien, Afghanistan oder auch der Türkei, kämen aktuell "nur wenige", so Losinger weiter. Ob auch die Zahl der Geflüchteten aus der Ukraine zurückgeht, hängt mit dem Ende des Krieges dort zusammen - und das ist laut der Amtsleiterin derzeit nicht in Sicht.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!