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© Edward Beierle
Bildrechte: Edward Beierle

Badezimmer und Pool aus massivem Granit: Das Waidlerhaus aus der BR-Reihe "Traumhäuser"

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    Das Waidlerhaus aus Granit

    Weder der Architekt noch die Handwerker haben so etwas je gebaut: ein Haus fast ganz aus Granit. Und das, obwohl die Bauherren sowieso lieber ein Holzhaus wollten. Die BR-Reihe Traumhäuser fragt: Kann dieses Experiment gutgehen?

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    Von
    • Sebastian Nachbar

    Es wird derzeit gerne als sinnlos bodenversiegelnd, flächenfressend und einfallslos verdammt: Das Einfamilienhaus im Neubaugebiet. Doch entgegen aller Kritik ist es nicht grundsätzlich schlecht. Es kommt, wie so oft, darauf an, wie und wo man baut. Gerade die städtebaulich sensiblen und nachhaltigen Projekte sind es, die einen Kompromiss aufzeigen zwischen der Mietskaserne und dem Traum von der Villa mit Garten. Die sechste Staffel der BR-Reihe "Traumhäuser" zeigt, wie alternatives Bauen funktionieren kann.

    Eingang, Garage und Bad aus tonnenschweren Granitblöcken

    © Edward Beierle
    Bildrechte: Edward Beierle

    Die Gartenfassade des einfach gestalteten Baukörpers wird akzentuiert durch den eingeschobenen Granitkubus.

    "Ein Fertighaus aus Granit, das ist einzigartig", staunten die Bauarbeiter, als sie die tonnenschweren, vorgefertigten Steinwände zusammensetzten. Der Eingang des Hauses besteht aus einem massiven Kubus, ebenso wie die Garage und das Badezimmer. Dach und Fassaden sind mit klassischen Holzschindeln verkleidet. Innen dominieren schlichte Oberflächen aus Sichtbeton Holz und Estrich.

    Das Haus aus Granit ist in Obersteinhausen in der Gemeinde Auerbach im niederbayerischen Landkreis Deggendorf entstanden. Seine Umsetzung war von Anfang an spannend: Georg Kusser, Granitwerksbesitzer aus dem Bayerwald, wollten eigentlich ein Holzhaus bauen, großzügig, modern und trotzdem eng an den regionalen Waldlerstil angelehnt. Seine Frau Barbara wiederum hatte ihre ganz eigene Vorstellung vom idealen Haus. Star-Architekt Peter Haimerl beschloss daraufhin selbstbewusst: "Wir bauen mit Granit."

    Wagnis, spannendes Abenteuer und nervenaufreibende Odyssee

    Weitere Zutaten des Projekts waren ein attraktiver Bauplatz mit kilometerweitem Ausblick sowie ein ambitioniertes Konzept, das Schlichtheit, Funktionalität, Eleganz und Hochwertigkeit auf spektakuläre Art verbindet. Weder die Handwerker, noch Architekt Peter Haimerl haben "so etwas" je gebaut. Der Entwurf wurde im Bauprozess laufend optimiert und nachjustiert. Es war ein Wagnis für alle Beteiligten, ein spannendes Abenteuer und eine nervenaufreibende Odyssee. Und am Ende stand etwas Großartiges.

    Weltweit das einzige seiner Art ist das 24 Tonnen schwere, aus einem einzigen riesigen Granitblock geschlagene Schwimmbecken. In den Augen des Architekten weniger Extravaganz als die moderne Interpretation des "Grand", eines Wasserbeckens aus Granit, das traditionell vor jedem Waidlerhaus stand. So wie sich überhaupt jedes einzelne Gestaltungselement des sehr modern und innovativ wirkenden Hauses aus der regionalen Bautradition herleiten lässt.

    © Edward Beierle
    Bildrechte: Edward Beierle

    Die schlichte Raumstruktur lässt dem Panorama die große Bühne.

    Das Konzept des Einfamilienhauses muss sich ändern

    So wie das Haus aus Granit verkörpern auch die anderen Traumhäuser der neuen Traumhäuser-Staffel die Leidenschaft, mit der Bauherren und Architekten sie entworfen und gebaut haben. Jedes einzelne der quer durch Bayern verstreuten Bauprojekte ist einzigartig und erfüllt seine ganz eigene Bauaufgabe: Das spießige Vorort-Elternhaus aus den 70er Jahren in Unterfranken, das die Erben radikal modernisieren, anstatt es abzureißen. In den Hang geschobene Betonwürfel im Frankenwald, gedrehte Firstlinien oder konsequent schlichte Holzfassaden im Allgäu - für jeden spezifischen Standort und die verschiedenen Bedürfnisse der Bauherren wurde eine individuelle Lösung gefunden. Das Einfamilienhaus ist nicht tot. Aber es muss sich ändern und anpassen, um zu überleben.

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