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Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön bittet um Mithilfe. Wer die Blauschwarze Holzbiene oder den Trauer-Rosenkäfer sieht, soll diese bitte melden. Der Grund der Suchaktion, die bis Ende Juli dauert, ist ernst.

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Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön sucht zwei Insektenarten

Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön sucht zwei Insektenarten und bittet die Bevölkerung um Mithilfe: Wer die Blauschwarze Holzbiene oder den Trauer-Rosenkäfer sieht, soll diese melden. Der Hintergrund der Suchaktion bis Ende Juli ist ernst.

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Von
  • Patrick Obrusnik

Es geht um zwei wärmeliebende Insektenarten: die Blauschwarze Holzbiene und den Trauer-Rosenkäfer. Sie waren in der Vergangenheit im doch etwas kühleren Mittelgebirge der Rhön nicht anzutreffen. Das hat sich durch den Klimawandel und die auch in der Rhön steigenden Temperaturen geändert, erklärt Anna-Lena Bieneck vom Biosphärenreservat Rhön. Das Biosphärenreservat erhofft sich jetzt Hilfe aus der Bevölkerung: Wer die genannten Insekten sieht, soll das melden.

Insekten geben Auskunft über Klimawandeleffekte

Mit dem Aufruf soll herausgefunden werden, wie weit sich diese beiden Insektenarten im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön verbreitet haben. Davon erhoffen sich die Verantwortlichen wichtige Aussagen über lokale Klimawandeleffekte, vor allem auf die lokale Insektenwelt. Die beiden Insektenarten seien "total einfach zu erkennen", so Bieneck im BR-Gespräch.

Holzbiene: Große Wildbiene mit schwarzem Körper

Die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea) erinnert mit ihrer Größe von ungefähr 2,5 Zentimetern an eine Hummel. Ihre schwarze Körperfarbe und die blau-schillernden Flügel aber machten die friedliche Bienenart unverwechselbar. Es gibt sonst keine Hummelart, deren Körper komplett schwarz gefärbt ist, sagt Bieneck. Die größte Wildbienenart Deutschlands sei vor allem in Streuobstwiesen, Parks und im eigenen Garten zu finden. Die Holzbiene mag großblühende Pflanzen mit viel Nektar, wie etwa Garten-Salbei, Natternkopf, Stockrosen oder Staudenwicke. Für ihre Brut baut die Blauschwarze Holzbiene Brutgänge in abgestorbenes Holz. Den Ausgang dieser Brutgänge erkennt man an relativ großen, fingerdicken Löchern im Totholz. Die Blauschwarze Holzbiene fliegt von April bis September.

Trauer-Rosenkäfer in Bayern vom Aussterben bedroht

Der Trauer-Rosenkäfer (Oxythyrea funesta) ist durch seinen glänzend schwarzen Körper, seine weiße Behaarung und die auf dem ganzen Körper verteilten weißen Punkte ebenso unverwechselbar. Die in Bayern vom Aussterben bedrohte Käferart ist etwa einen Zentimeter groß. Der wärmeliebende Trauer-Rosenkäfer taucht in den letzten Jahren immer häufiger in Gärten und auf blütenreichem Trockenrasen auf. Der Käfer ernährt sich von Pollen und bevorzugt weiße oder rote Blüten, man findet ihn auch auf gelben oder blauen Blüten. Mit etwas Glück ist er im eigenen Garten zu finden, etwa an Rosen oder Margeriten, vor allem aber an Wiesen- und Waldrändern beispielsweise gerne auf Kratzdisteln oder Flockenblumen. Der Trauer-Rosenkäfer ist hauptsächlich von Anfang Mai bis Ende Juli zu finden.

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Symbolbild: Trauer-Rosenkäfer

Insekten online oder telefonisch melden

Menschen, die im Biosphärenreservat leben oder es besuchen, sind aufgerufen, ihre Beobachtung zu den beiden Insektenarten bis 31. Juli 2021 per E-Mail (artmeldungen@reg-ufr.bayern.de) oder telefonisch (0931/3801673) zu melden – mit Angabe von Fundort und Funddatum, bestenfalls mit einem Foto oder Video des Insekts.

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