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Das Sterben der Schwarzkiefern am Schwanberg | BR24

© BR/Carol Lupu

Förster Rainer Fell zeigt die abgestorbene Rinde einer Schwarzkiefer.

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Das Sterben der Schwarzkiefern am Schwanberg

Der Schwanberg im Steigerwald ist ein beliebtes Ausflugsziel. Den Waldbestand auf dem Hang müssen die zuständigen Förster jetzt jedoch ausdünnen. Sämtliche Schwarzkiefern sind abgestorben – obwohl die Baumart aus dem Süden stammt.

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Nicht nur, wenn sich die Hitze im Kitzinger Tal kaum mehr aushalten lässt, zieht es viele Menschen auf den Schwanberg. Die dichten Wälder im Steigerwald spenden Ruhe und vor allem Schatten. Doch: Durch Trockenheit und Pilzbefall müssen Förster und Waldarbeiter jetzt den Schwarzkieferbestand aus dem Wald entfernen. Dieser ist komplett abgestorben.

Schwarzkiefern bedecken ein Drittel des Südhangs

Zuständig für das Waldstück ist Förster Rainer Fell aus der knapp 5.000 Einwohner zählenden Stadt Iphofen. Er sagt, dass knapp ein Drittel des Gesamtbestandes der Bäume am Südhang betroffen ist. Seit etwa einem Jahr würde sich abzeichnen, dass die Schwarzkiefer an Lebenskraft verliert. Jetzt aber sei durch Pilzbefall der Tod für die Bäume gekommen. Durch die Trockenheit habe der Baum keine Möglichkeit mehr, Harz zur Abwehr zu bilden. Pilze und auch Käfer zersetzen den Baum.

Bäume vertragen Trockenheit eigentlich gut

Dieser Prozess habe etwa ein Jahr lang gedauert. Für Förster Fell ist das alles außergewöhnlich: "Ich bin seit 35 Jahren Förster. Solch einen Schaden durch Trockenheit habe ich noch nie erlebt." Die Schwarzkiefer sei aus warmen Regionen des Mittelmeeres angesiedelt worden, um den Anforderungen der Südseite des Schwanbergs gerecht zu werden. Diese liegt größtenteils in Steillage. Die Bäume sollen größere Erdrutsche und Erosionen des Berges verhindern, sagt Fell. Die Schwarzkiefern seien vor gut 100 Jahren angepflanzt worden. Neben ihnen sind aber auch andere Bäume betroffen: Viele Lärchen und Fichten kommen mit der derzeitigen Witterung ebenfalls schlecht zurecht.

© BR/Carol Lupu

Nicht nur die Schwarzkiefern im Wald sind abgestorben. Auch vielen Lärchen macht die Trockenheit Probleme.

Den Schaden kann der Förster vorerst nicht beziffern, da der Holzpreis derzeit niedrig sei. Der Südhang ist nur von Iphofen her sichtbar, 300 Hektar Wald umfasst das Areal. Insgesamt ist der Waldblock am Schwanberg etwa doppelt so groß. Die Nordseite gehört zur Gemeinde Wiesenbronn. Das Plateau des Berges, in dem Schloss, Kloster und Friedwald liegen, gehört der evangelischen Kirche.

Kostenintensiv werden voraussichtlich vor allem die nun folgenden Hegearbeiten. Das bedeutet die Waldarbeiter wollen über Jahre all jene Baumarten fördern, die der Bodenerosion trotzen können. "Da kämen Robinien, Eichen und die Vogelkirsche infrage, da sie auch in Mittel- und Südeuropa angepflanzt werden", sagt der Förster.