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"Das segelnde Klassenzimmer": Schüler sitzen vor den Azoren fest | BR24

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Auf den Spuren des großen Entdeckers Columbus - da bewegen sich gerade rund 30 Schüler auch aus Franken, samt Schiffscrew inmitten des Atlantiks. Geplant war auf den Azoren an Land zu gehen - Corona durchkreuzt den Plan.

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"Das segelnde Klassenzimmer": Schüler sitzen vor den Azoren fest

Rund 30 Schüler - auch aus Franken - segeln derzeit auf dem Atlantik und begaben sich auf die Spuren des Entdeckers Columbus. Eigentlich war geplant auf den Azoren an Land zu gehen. Doch Corona macht den Schülern einen Strich durch die Rechnung.

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Von
  • Daniel Peter

Rund 30 Schüler aus ganz Deutschland, darunter auch einige aus Bayern und Franken, sitzen derzeit samt 15-köpfiger Crew mit ihrem Segelschiff vor den Azoren fest. Sie können aufgrund der Corona-Krise nicht wie geplant an Land gehen und mussten deshalb den Anker vor dem Inselarchipel setzen.

Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

Reserven an Bord werden knapp

Seit Oktober 2019 sind die Schüler des Projekts "Klassenzimmer unter Segeln" nun schon mit dem Segelschiff Thor Heyerdahl auf den Spuren von Christoph Kolumbus unterwegs. Bisher verlief alles nach Plan, doch seitdem sich das Coronavirus weltweit ausgebreitet hat, müssen auch die Schüler umplanen. Eigentlich war ein Landgang auf den Azoren vorgesehen, doch jetzt verweigert ihnen die dortige Regierung jeglichen Zutritt auf die Inseln. Ein geplanter Crew-Wechsel vor Ort kann voraussichtlich auch nicht stattfinden. Ein weiteres Problem ist, dass die Reserven an Bord knapp werden und aufgefüllt werden müssen.

"Man muss sehen, wir sind ja noch mitten im Atlantik. Wir haben noch 1200 Meilen bis zum englischen Kanal vor uns und das Schiff muss eben hier einfach neu proviantiert werden, das ist der Hauptaspekt. Und der andere ist, die Besatzung muss sich auch mal generieren, einfach mal ausschlafen." Detlef Soitzek, Kapitän der Thor Heyerdahl

Ungünstige Winde erschwerten die Tour

Am 11. März ist das Schiff von den Bermudas aus in Richtung Azoren gestartet. Schon die Fahrt dorthin war weitaus anstrengender als geplant. Ungünstige Winde und hoher Wellengang erschwerten das Segeln. Noch während der Überfahrt erreichte die Schüler die Nachricht, dass sie wohl aufgrund der aktuellen Situation nicht auf den Azoren ihre Exkursion durchführen können würden. Doch wie der 15-jährige Ben Schanda, ein Schüler aus Forchheim versichert, ist die Laune inzwischen wieder besser.

"Ja, die Stimmung ist gut. Wir lassen uns immer wieder Sachen einfallen, mit denen wir uns beschäftigen. Ansonsten war’s eben davor ein bisschen getrübt, da wir nicht auf den Azoren einlaufen dürfen." Ben Schanda, Schüler aus Forchheim

Schulunterricht an Bord eingestellt

Der Schulunterricht an Bord wurde jetzt erst einmal eingestellt, stattdessen beschäftigen sich die Schüler mit Schiffsarbeiten. Es wird geputzt, die Segel werden überprüft und Malerarbeiten werden durchgeführt. Auch den Geburtstag des Schiffskapitäns Detlef Soitzeck haben sie gefeiert. Eine weitere gute Nachricht: an Bord ist wohl niemand krank oder mit Corona infiziert.

"Wir sind im Grunde jetzt in einer Quarantäne-Situation, die absolut dicht und fest ist. Wir haben ja mehr als diese zwei Wochen hinter uns, wir sind alle ‚clean‘ kann man so sagen." Detlef Soitzek, Kapitän der Thor Heyerdahl

Segelschiff soll Ende April in Deutschland ankommen

Zuhause in Deutschland warten die Familien, wie auch Familie Schanda aus Forchheim, gespannt, welche Neuigkeiten es von ihren Kindern gibt. Voraussichtlich Donnerstagnacht (02. April) soll die Fahrt von den Azoren weiter in Richtung englische Küste gehen, vor dort aus weiter nach Kiel. Das geht nur, wenn die Winde wieder günstig sind. Ende April wird mit der Ankunft der Thor Heyerdahl in Deutschland gerechnet. Ob die Eltern ihre Kinder dann empfangen dürfen ist noch unklar.

„Ich mache mir momentan noch keine Gedanken darüber. Ich gehe immer noch davon aus, dass alles gut wird. Dass wir eine Riesenfete machen können, die Kinder in den Arm nehmen können am Pier.“ Annika Schanda, Mutter von Ben

40 Tage ununterbrochen auf hoher See

Wenn die Schüler Ende April wieder in Deutschland ankommen, haben sie voraussichtlich mehr als 40 Tage ununterbrochen an Board der Thor Heyerdahl verbracht. Genauso wie auch Christoph Kolumbus bei seinen Entdeckungsfahrten.

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