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Wetter in Bayern: Der Frühling bleibt, droht eine neue Dürre? | BR24

© dpa-Bildfunk

Aufgerissen und ausgetrocknet ist eine Sandbank an der im Sommer 2018 Niedrigwasser führenden Donau nahe Mariaposching. (Archiv)

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    Wetter in Bayern: Der Frühling bleibt, droht eine neue Dürre?

    Das trockene und warme Hochdruckwetter bleibt uns erhalten. BR-Meteorologe Michael Sachweh rechnet mindestens bis Mittwoch mit Sonne und Temperaturen von 14 bis 18 Grad. Es gebe sogar Anzeichen, dass in diesem Jahr eine neuerliche Dürre droht.

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    Am heutigen Sonntag ist am unteren Main und im Alpenvorland mit Temperaturen bis 18 Grad zu rechnen. Dazu Sonne pur. Verantwortlich dafür ist das Hoch "Irmelin". Das zieht zwar langsam gen Osten, aber ein neues Hoch ist schon in Sicht. Die zunächst angekündigten Niederschläge bleiben wohl aus.

    "Der April ist nicht nur launisch beim Wetter, er ist auch launisch bei den Prognosen." Michael Sachweh, BR-Meteorologe

    Wochenlanger Sonnenschein?

    Allenfalls in Schwaben könnte es am Freitag etwas kühler werden, aber es werde kaum regnen, so Sachweh. Das neue Hochdruckgebiet blockiere die atlantischen Tiefausläufer. Möglicherweise setzt sich das trockene und warme Wetter sogar über Wochen fort.

    Ein unangenehmes Wiedersehen

    Für Michael Sachweh ist es fast wie ein Déjà-Vu. Denn letztes Jahr habe im Frühjahr eine regelrechte Dürre geherrscht. Die Grundwasserpegel sind stark gefallen, die Trockenheit verursachte auch in der Landwirtschaft starke Schäden.

    Die Hoffnungen hätten also auf dem Winter geruht, so Sachweh. Der Winter sei zwar feucht gewesen. Aber es habe nicht so viele Niederschläge gegeben, wie nötig gewesen wären, um die Grundwasserbestände wieder aufzufüllen. Jede Nachricht, dass es nicht regnet, sei also eine schlechte Nachricht, so Sachweh.

    "Wenn es dieses Jahr wieder so trocken ist, dann haben wir ein echtes Problem mit der Wasserversorgung." Michael Sachweh, BR-Meteorologe

    Der stürmischste März seit Jahrzehnten

    Die Windbilanz der DWD-Wetterstationen belegt: Der März 2019 stellt neue Windrekorde auf, z.B. in Bamberg, Augsburg und München.

    Es ist laut Sachweh ein Phänomen, dass Meteorologen schon seit mehreren Jahren beobachteten. Wenn eine Großwetterlage kommt, dann nistet sie sich deutlich länger ein als früher.

    Beispiel Monat März, der von sich abwechselnden Sturmtiefs geprägt war: Es sei der stürmischste März seit vielleicht 30 Jahren gewesen, so der Meteorologe. Die Sturmböen der Tiefs "Bennet" am 4. und "Eberhard" am 10. verursachten in Bayern große Schäden. Ebenfalls ein Indiz dafür, dass sich die Wetterlagen lange Zeit nicht mehr abwechselten.

    Langsamerer Jet-Stream als Ursache?

    Eine mögliche Erklärung dafür: Der Jet-Stream, also die starken Winde in den höheren Luftschichten, verlangsamen sich. Dadurch verlangsamt sich auch der Wechsel zwischen Hochdruck und Tiefdruckgebieten – bestimmte Wetterlagen können sich also über Wochen oder sogar Monate einnisten.

    Bundesweit der zwölfte zu warme Monat in Folge

    Zwölf zu warme Monate in Folge waren noch nie da gewesen, bislang lag der Rekord bei 9 Monaten. In Bayern war der März 2019 drei Grad wärmer als normal. Es ist sehr selten, dass ein Monat derart stark von der Norm abweicht, betont Sachweh.

    Obwohl Bayern mit rund 140 Stunden (Soll: 119 Stunden) ein sonnenscheinreiches Bundesland war, erreichte die Niederschlagsmenge in diesem Monat gut 70 l/m² (Durchschnitt: 62 l/m²). Die stärksten Niederschläge fielen am 15. Einige Flüsse traten dabei über ihre Ufer. Schöfweg im Bayerischen Wald meldete an diesem Tag mit 91 l/m² die bundesweit größte Summe.

    Doch auch diese Niederschlagsmenge reichte nicht aus, um die zu niedrigen Grundwasserstände auszugleichen.