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Das öffentliche stille Örtchen - ein eher schmutziges Plätzchen | BR24

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Stunk um öffentliche Toiletten in Rosenheim

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    Das öffentliche stille Örtchen - ein eher schmutziges Plätzchen

    Uringestank und Verschmutzungen lassen die öffentlichen Toiletten in vielen Städten nicht gut aussehen - so auch in Rosenheim. Die SPD-Stadtratsfraktion beklagt nun Hygienemängel und fordert zum Handeln auf.

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    Zu wenig Reinigung trifft auf zu viele Nutzer - das ist bei öffentlichen Toiletten immer wieder das Problem, auch in der Anlage am Salingarten in Rosenheim. Öffnet der Besucher dort die Tür, schlägt ihm direkt ein beißender Uringstank entgegen. Da kann die Notdurft für so manchen schon zum Notfall werden.

    Ekelalarm statt guter Eindruck

    Karin Wiesböck ist Stadtführerin und täglich mit dieser Situation konfrontiert.

    "Die Besucher wollen eine Toilette - da stoßen wir dann schnell an unsere Grenzen, weil einfach zu wenig Toiletten da sind und die auch nicht in einem Zustand, in dem man sie empfehlen kann. Soll das der erste Eindruck von Rosenheim sein?" Karin Wiesböck, Stadtführerin in Rosenheim

    Ekelalarm auch bei Nicole Lissner, die am angrenzenden Kiosk am Salingarten arbeitet. "Wir haben tagtäglich Probleme mit Obdachlosen, die die Toilette verunreinigen. Der Putzmann kommt gar nicht mehr hinterher", erzählt sie.

    SPD Stadtratsfraktion fordert Verbesserung

    Mittlerweile ist das Problem bei der Politik angekommen. Robert Metzger, Fraktionsvorsitzender der SPD in Rosenheim, hat sich einige der öffentlichen Toiletten angesehen. "Es ist teilweise schon sehr ekelerregend, wie die Toiletten ausschauen, und zwar nicht bloß im direkten Umfeld der Toiletten, sondern auch im räumlichen Umfeld", sagt er. "Und auch die Anzahl der Toiletten und wie sie situiert sind, da glaube ich, könnte man das ein oder andere besser machen."

    105.000 Euro pro Jahr für die Reinigung

    Das weiß auch die Stadt. Dreimal am Tag werden die öffentlichen Toiletten geputzt, in Stoßzeiten wie bei Volksfesten auch öfter. Doch eine ständige verstärkte Reinigung hält man für zu teuer.

    "Wir geben im Jahr etwa 105.000 Euro für die Reinigung der Toiletten aus - mehr ist momentan in Budget nicht drin", sagt Stefan Adam vom Zentralen Gebäudemanagement der Stadt Rosenheim.

    Neue Toilette in der Innenstadt

    Die SPD dagegen fordert mehr Sauberkeit und eine neue zusätzliche Toilette in der Fußgängerzone. Dort weichen viele auf die Toiletten der ansässigen Geschäfte und Gastronomie aus, die darüber nicht erfreut sind: Denn die Reinigung kostet Geld, von Vandalismus mal ganz abgesehen.

    Robert Metzger hat daher das Haus in der Münchener Straße 4 im Blick. "Das wird derzeit saniert und damit auch die Ladenflächen - da würde sich jetzt bestens anbieten, wenn man hier eine Toilette versucht zu integrieren."

    Stefan Adam sieht das anders. "Man muss sich Gedanken machen, ob man in der Toplage Rosenheims eine öffentliche Toilette installiert. Wir haben außen herum vier öffentliche Toiletten. Ich denke, das ist ausreichend."

    Zusammenzwicken und abwarten

    Bis der Stadtrat darüber entscheidet, zwickt so mancher in Rosenheim in der Not wohl lieber zusammen oder umgeht die Toiletten. Doch Wildbiesln erleichtert nicht nur die Blase, sondern auch schnell den Geldbeutel, denn öffentliches Urinieren ist verboten und kostet mindestens 35 Euro Bußgeld.