BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Das Leben geht weiter: Neue Konzepte für alte Klöster | BR24

© BR

Immer mehr Schwestern und Brüder verlassen ihre Klöster – es fehlt an Nachwuchs. Doch was kommt danach? In Landshut wird jetzt für 55 Millionen Euro das Ursulinenkloster saniert. Davon profitiert nicht nur die Mädchenrealschule.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Bildergalerie
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Das Leben geht weiter: Neue Konzepte für alte Klöster

Immer mehr Schwestern und Brüder verlassen ihre Klöster – es fehlt an Nachwuchs. Doch was kommt danach? In Landshut wird jetzt für 55 Millionen Euro das Ursulinenkloster saniert. Davon profitiert nicht nur die Mädchenrealschule.

Per Mail sharen
Von
  • Annette Kugler

"Einmal kurz, einmal lang und wieder einmal kurz - das war das Zeichen von der Schwester Andrea." Hausmeister Michael Wittaler kannte die helle Glocke im Innenhof des Landshuter Ursulinenklosters genau. Vor vier Jahren ist sie verstummt, die Schwestern sind 2016 nach München gezogen. Das Erzbistum München-Freising hat ihr Kloster übernommen und beginnt jetzt mit der Sanierung.

55 Millionen fürs Ursulinenkloster

Das Ursulinenkloster Sankt Josef und die Mädchenrealschule gehören zusammen – schon seit der Klostergründung im Jahr 1668. Mädchenbildung war das zentrale Anliegen der Ursulinen. Allerdings waren die Räume ursprünglich nur für ein paar Dutzend Schülerinnen konzipiert, heute sind es knapp 700. "Die historischen Einzelzimmer haben zum Teil nicht die Größe für normale Klassen", erklärt Direktorin Angela Schleibinger. Jetzt bekommt die offene Ganztagsschule mehr Platz. Die Erzdiözese München und Freising nimmt 55 Millionen Euro für eine umfassende Sanierung in die Hand. 8,9 Millionen Euro davon fließen in die Erweiterung der Ursulinenrealschule: Sie bekommt unter anderem mehr Klassenzimmer und einen Speisesaal.

Ursulinen-Museum mit Museumspädagogik

Abzüglich der Schule bleiben aber immer noch rund 12.000 Quadratmeter Ursulinenkloster übrig. Die werden nun von Grund auf saniert. Bis 2025 zieht in einen Teil der Räume ein Museum ein. "Es wird eine Zweigstelle des Diözesanmuseums und soll die Geschichte der Ursulinen in Landshut erzählen", sagt Sandra Krump, die zuständige Referatsleiterin im Erzbischöflichen Ordinariat in München. Der Schwerpunkt soll auf Museumspädagogik liegen – ganz im Sinne des Bildungs- und Erziehungsideals der Ursulinen.

Neues Leben im Maristenkloster Furth

Nur 20 Minuten von Landshut entfernt thront über Furth das ehemalige Maristenkloster. Die Gemeinde hat es 2015 gekauft. Und ein eigens gegründetes Kommunalunternehmen hat dann zusammen mit einem "Zukunftskreis" aus Furth das neue Klosterkonzept entwickelt: Neben der traditionellen Klosterdestillation gehören dazu das frisch eröffnete Bräustüberl und ein moderndes Seminar- und Tagungszentrum - Markenstrategie inklusive.

Brüder und Schwestern im Ruhestand

16 Maristen-Schulbrüder leben noch auf dem Klosterareal, in einem Seniorenheim im ältesten Teil des Gebäudes. Das neue Leben in ihrem ehemaligen Kloster-Zuhause beobachtet Bruder Andreas mit Wohlwollen: "All unsere Gebäude werden weiter genutzt, und im maristischen Sinne der Erziehung und Weiterbildung – auf diese Weise lebt unser Geist weiter."

Zukunftsaufgabe Klosternutzung

Rund 500 Klöster gibt es in Bayern, nur noch gut ein Fünftel wird im ursprünglichen Sinne genutzt. Den meisten fehlt der Nachwuchs, nur noch wenige junge Menschen entscheiden sich für ein Leben als Mönch oder Nonne.

© privat/ Klaus Leidorf

Im Ursulinenkloster in Landshut beginnt gerade die Sanierung ....

© BR/ Annette Kugler

... in Furth bei Landshut ist die Neukonzeption gerade abgeschlossen.

© BR/ Annette Kugler

An der Rezeption vom Tagungs- und Schulungszentrum

© BR/ Annette Kugler

Bruder Andreas in der leeren Klosterkirche - sie wird ein Veranstaltungssaal.

© BR/ Annette Kugler

Die ehemalige Klosterkirche ....

© BR/ Annette Kugler

... und das frisch eröffnete Bräustüberl (v.l.: Bürgermeister Andreas Horsche, Wirth André Klingbeil, Kloster-Geschäftsführer Steffen Lehmann)

© BR/ Annette Kugler

Traditionelle Schnäpse in der Klosterdestillation.

© BR/ Annette Kugler

Blick vom Kloster aufs neuen Bräustüberl.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!