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Bildrechte: BR/Lorenz Storch

Wenn der Schulunterricht wieder beginnt, soll das absturzgefährdete Mebis-System problemlos laufen. Das Kultusministerium will die kommenden Wochen dazu nutzen, Mebis auf Trab zu bringen.

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Das Kultusministerium will die Lernplattform Mebis noch retten

Bayerns Kultusministerium hat in den letzten Tagen die Lernplattform Mebis noch einmal von Experten überprüfen lassen. Sie sollen über die Ferien weiter daran arbeiten – aber selbst der Minister glaubt nicht an einen reibungslosen Start im Januar.

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Von
  • Lorenz Storch

Die IT-Experten haben beim Belastungstest für Mebis das bestätigt gefunden, was viele Schüler seit Monaten berichten: Die Software hat Schwierigkeiten, wenn sich viele Nutzer gleichzeitig aufschalten. Also regelmäßig zum Unterrichtsbeginn, zwischen 7.45 Uhr und 9 Uhr, wenn die Schüler im Distanzunterricht die Arbeit beginnen wollen.

Piazolo: IT-Experten "arbeiten beinahe rund um die Uhr"

In den Weihnachtsferien versuchen Experten nun im Auftrag des Ministeriums, diese Probleme der Software mit dem Login zu beseitigen. Und auch die Server-Kapazität soll noch einmal erhöht werden. Auch externe Firmen sind an den Arbeiten beteiligt und "arbeiten beinahe rund um die Uhr", verspricht Kultusminister Michael Piazolo (FW). Aber: es gebe trotzdem keine Garantie, dass Mebis danach reibungslos arbeitet: "Dann kann es sein, dass an einer anderen Stelle etwas nicht funktioniert, das ist bei so einer komplizierten IT nicht auszuschließen", so der Minister.

Schüler sollen im Januar nicht gleich in der Früh anfangen

Deswegen sagt Piazolo etwas, das viele bayerische Schüler als Aufforderung verstehen werden, auch nach den Ferien spät aufzustehen: „Nicht alle sollen im Januar dann zur morgendlichen Stunde Mebis nutzen, wir wollen entzerren.“ Ein Sprecher des Kultusministeriums betont, man wolle trotzdem, dass die Arbeit früh beginnt. Lehrer könnten ihren Schülern beispielsweise zu Unterrichtsbeginn eine E-Mail schreiben, oder sich etwas anderes einfallen lassen, um sie zu motivieren. Außerdem setze das Kultusministerium für den Fernunterricht neben Mebis auch auf weitere Software wie MS Teams.

SPD und Grüne: Wo war Piazolo im Sommer?

Die Landtagsopposition bewertet die Probleme mit der staatlichen Unterrichtsplattform als eine "Blamage" für die Staatsregierung, so die Grüne Katharina Schulze. Dass das Kultusministerium an der eigenen Plattform festhält, findet sie prinzipiell richtig, sieht aber große Versäumnisse: "Wo war Piazolo in den letzten Monaten, wo war er im Sommer?"

Die Landtags-SPD meint: Verbesserungen nur an Mebis seien zu wenig, die Staatsregierung müsse die Kommunen besser bei der IT-Ausstattung für die Schulen unterstützen. „Der ganze Sommer wurde verschlafen und Eltern und Schüler müssen das peinliche Chaos ausbaden“, kritisiert der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Adelt.