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Das kostet uns die Sicherheit der Volksfeste | BR24

© pa/Geisler Fotopress

Blick auf ein Volksfest, hier das Münchner Frühlingsfest 2017

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    Das kostet uns die Sicherheit der Volksfeste

    Die Ankündigung, die "Sandkerwa" in Bamberg in diesem Jahr ausfallen zu lassen, hat Fragen aufgeworfen. Wie steht es mit der Sicherheit auf Bayerns Volksfesten? Was kostet sie? Der Bayerische Rundfunk hat nachgefragt. Von Ulrich Möller-Arnsberg

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    "In den letzten Jahren sind die Kosten für Sicherheits- und Ordnungsmaßnahmen um 600 Prozent gestiegen." Claudia Bauer, Wiesn-Pressestelle

    Kaum einer der Veranstalter von Volksfesten in Bayern bilanziert einen so starken Zuwachs bei den Kosten für die Sicherheit wie die Verantwortlichen der Münchner Wiesn. Aber die Recherchen von BR24 belegen einen Trend.

    Seit dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt vergangenen Dezember gibt es viele Überlegungen und Kosten, wie der Besuch im Bierzelt und bei den Fahrgeschäften für Gäste sicherer werden könnte. Allerdings ganz unterschiedlicher Art. Die Ankündigung des Bamberger Bürgervereins Sand, die traditionsreiche Bamberger Sandkerwa in diesem Jahr abzusagen, hat - da sind sich alle Veranstalter einig - nirgendwo sonst zu ähnlichen Überlegungen geführt.

    Vom Betonwürfel bis zur Taschen- und Rucksackkontrolle

    Die Maidult in Regensburg ist in diesem Jahr an den Zugängen zum Festgelände mit besonderen Betonwürfeln gesichert. Eine Konsequenz aus den Anschlägen in Berlin und Nizza, sagt Patrick Veit, Leiter des Amts für öffentliche Ordnung und Straßenverkehr in Regensburg:

    "Diese Betonwürfel haben ein extremes Gewicht. Da baut man einen rechts und einen links auf und hängt dazwischen ein Stahlseil. Würde ein Fahrzeug passieren, würde es in diesem Stahlseil hängen bleiben, und die Würfel würden sich ins Fahrzeug reinziehen. Und dadurch würde das blockiert werden." Patrick Veit

    Trotz Sicherheitsmaßnahmen gelassen bleiben

    Beim Sambafestival in Coburg (14. bis 16. Juli) wird es in diesem Jahr erstmals einen Schließfach-Truck geben. Größere Taschen und Rucksäcke müssten draußen bleiben, teilt die veranstaltende Sambaco GmbH mit. Beim Bardentreffen in Nürnberg (28. bis 30. Juli) gibt man sich vorerst noch gelassen. Der Künstlerische Leiter Rainer Perzkall kann sich nicht vorstellen, dass das bislang veröffentlichte gesteigerte Sicherheitsbedürfnis weitere Auswirkungen auf das Fest haben wird.

    Mehrkosten von 30 bis 40 Prozent

    Das kostet natürlich auch. Beim Nürnberger Altstadtfest (14. bis 25. September) sprechen die Organisatoren von Mehrkosten für Sicherheitsmaßnahmen in Höhe von 17.000 Euro. In Dachau (12.. bis 21. August) und Würzburg (Kilianifest 7. bis 23. Juli) beläuft sich der Betrag auf 40.000 Euro, beim Herbstfest Rosenheim (26. August bis 10. September) geht es um 50.000 Euro. Wobei die Kosten für die Sicherheit 10 Prozent bis ein Drittel der Gesamtkosten ausmachen.