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Das ist wirklich dran am E-Scooter-Wahnsinn | BR24

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Seit fast drei Wochen darf auf ihnen durch München geflitzt werden. Doch die E-Scooter machen immer häufiger Negativschlagzeilen. Eine erste Bilanz.

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Das ist wirklich dran am E-Scooter-Wahnsinn

Seit fast drei Wochen darf auf ihnen durch München geflitzt werden. Doch die E-Scooter machen immer häufiger Negativschlagzeilen. Eine erste Bilanz.

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Die Anbieter feierten sie als grüne Revolution auf Münchens Straßen - doch nach wenigen Wochen häuft sich Kritik an den E-Scootern. Ein Vorwurf: Die Roller seien gefährlich. Dabei musste die Polizei in München und im Umland nach eigener Aussage nur zu "einigen wenigen" Unfällen mit E-Scootern ausrücken. Im gleichen Zeitraum gab es mit Autos oder Fahrrädern mehr als 1.000 Verkehrsunfälle.

Die Stadt München hat sich auf die Einführung vorbereitet:

"Für die Verleiher gelten auch bestimmte Regeln. Das betrifft einmal die Anzahl der Scooter, die im Stadtgebiet aufgestellt werden dürfen, damit das Stadtgebiet nicht gleich von Anfang an überschwemmt wird." Andreas Mickisch, Leiter der Hauptabteilung Sicherheit und Ordnung im Kreisverwaltungsreferat München

Betrunkene Fahrer sind ein großes Problem

Bisher läuft es in München entspannt, denn die Anbieter haben sich mit der Stadt auf Regeln geeinigt: Es gibt Zonen, durch die Scooter nicht fahren dürfen - in anderen dürfen die Roller nicht geparkt werden.

Doch es wird voller in den Straßen der Stadt durch die vielen Anbieter von E-Scootern. Sechs Anbieter haben sich für München angekündigt, die Stadt selbst rechnet sogar mit bis zu zwölf.

Die größte Gefahr sind bisher allerdings betrunkene Scooter-Fahrer. Seitdem die Roller auf den Straßen fahren, hat die Polizei mehr als 100 alkoholisierte Fahrer angezeigt. Was noch nicht klar genug zu sein scheint: Auf Scootern gelten die gleichen Promillegrenzen wie im Auto.

Noch sind E-Scooter nicht so grün wie ihr Image

So grün die E-Scooter gerne präsentiert werden, sind sie bisher nicht. Denn noch werden die Scooter jeden Abend mit Lieferwagen eingesammelt - nachts in Hallen am Stadtrand aufgeladen - und morgens wieder aufgestellt. Ein gewaltiger Aufwand und wenig umweltfreundlich. Aber das soll sich schon bald ändern:

"Unser nächstes Scooter-Modell wird austauschbare Akkus haben. Das heißt, wir können dann die Akkus mit elektrischen Cargo-Bikes austauschen und so wirklich zu hundert Prozent elektrisch und nachhaltig in der Stadt unterwegs sein. Das wird noch dieses Jahr der Fall sein." Claus Unterkircher, Deutschlandchef des Scooter-Anbieters 'VOI'

Aber schon jetzt gilt: Jeder, der für eine Scooterfahrt das Auto stehen lässt, ist ein Gewinn für die Umwelt.

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Am Elektro-Roller scheiden sich die Geister. Die einen halten ihn für eine sinnvolle Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs. Die anderen befürchten noch mehr Ärger und Unfälle auf Rad- und Fußwegen.