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Öffnen oder zusperren? Das denken BR24-Nutzer über Lockerungen | BR24

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Wie soll es weitergehen? Sind die Virusmutationen eine Gefahr? Wie lange halten es die Menschen noch im Lockdown aus? Stimmen und Meinungen aus München.

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Öffnen oder zusperren? Das denken BR24-Nutzer über Lockerungen

In Umfragen fordern immer mehr Menschen, die Corona-Maßnahmen zu lockern. Morgen entscheiden Bund und Länder, wie es weitergeht. Macht uns das frühlingshafte Wetter leichtsinnig? Das wollten wir von den BR24-Lesern wissen - so haben sie geantwortet.

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Von
  • Ben Kutz

"Ich habe keine Lust, im Sommer im harten Lockdown ohne Gastronomie und Urlaub zu sein", schreibt Thomas Graf aus der Oberpfalz. Als Wirtschaftsinformatiker, der sein Geld mit Seminaren zu Steuer- und Wirtschaftsrecht verdient, weiß Graf genau, wie schlecht es gerade um die Situation vieler Betriebe im ganzen Land steht. Trotzdem ist er gegen eine Lockerung der Corona-Maßnahmen, nur weil die Menschen jetzt keinen Nerv mehr für die Maßnahmen hätten. Viele BR24-Leser sehen das aber ganz anders.

Corona-Gipfel: Wie geht es in Bayern weiter? Kommen Lockerungen? Darüber diskutiert die Münchner Runde am Mittwochabend um 20:15 Uhr live im BR Fernsehen und auf BR24, unter anderem mit Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek und dem Infektionsimmunologe Christian Bogdan von der Universität Erlangen-Nürnberg.

Sehnsucht nach normalem Leben

Viele sehen die Ursache für den Wunsch nach Lockerungen nicht in steigenden Temperaturen. "Das frühlingshafte Wetter macht nicht leichtsinnig!", schreibt eine Userin. Vielmehr hätten die Menschen einfach keine Lust mehr, ihr Leben vom Virus bestimmen zu lassen. Andere Nutzer wünschen sich schlicht "ein Stück Freiheit wieder zurück" oder sehnen sich "nach ein ganz klein wenig mehr Sozialkontakten". Man müsse eben einen Weg finden, mit dem Virus zu leben, so der Tenor.

Hinzukomme, dass viele Menschen schlicht müde seien, nach so vielen Monaten immer noch die meiste Zeit zu Hause zu verbringen. "Ein Jahr Lockdown ist genug", fasst BR24-Leser Ingo Scherbaum seinen Unmut zusammen. Er habe die Maßnahmen zwar bisher mit Überzeugung mitgetragen. Aber langsam müsse die Politik effektivere Instrumente in die Wege leiten, zum Beispiel eine überzeugende Impfkampagne.

Akzeptanz für Corona-Regeln geht zurück

Laut ZDF-Politbarometer halten 23 Prozent der Bundesbürger die aktuell geltenden Corona-Maßnahmen für übertrieben, im Januar waren es noch neun Prozentpunkte weniger. Auch glaubt nur noch jeder fünfte Deutsche, dass die Maßnahmen noch härter ausfallen sollten, einen Monat vorher war noch fast jeder dritte Befragte dieser Meinung. Eine Mehrheit von 56 Prozent meint, dass es jetzt zu Lockerungen kommen soll.

Die Meinungsforscher wollten auch wissen, in welchen Bereichen es zuerst Lockerungen geben solle. Je 20 Prozent der Deutschen wünschen sich zuerst Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen und im Kultur-, Sport- und Freizeitbereich. Der Rest spricht sich zunächst für eine Öffnung der Läden, Geschäfte und Restaurants aus. Das spiegelt sich auch in den Kommentaren der BR24-Leser wider.

Viele Sorgen sich um die Wirtschaft

Ein großer Teil der Kommentatoren sorgt sich um die Zukunft der Wirtschaft, viele Geschäfte und Restaurants werden durch den Lockdown hart getroffen.

Lilo Heyder findet, dass es an der Zeit sei, die Geschäfte wieder zu öffnen. Ihre Familie führt selbst ein Schuhgeschäft in Roth in Mittelfranken. Heyder kann es absolut nicht nachvollziehen, dass Supermärkte ununterbrochen geöffnet haben dürfen – und unter anderem Schuhe verkaufen – während ihr Geschäft nur einen Abholservice anbieten darf. "Wir als kleiner stationärer Händler müssen auch mal wieder Geld verdienen", schreibt sie.

Einige User erinnern daran, dass es für viele Menschen nicht nur darum gehe, wieder in den Urlaub fahren oder ins Restaurant gehen zu können, sondern um die Existenz tausender Unternehmerinnen und Unternehmer in Bayern. In vielen Kommentaren wird daher Unverständnis geäußert, warum Geschäfte und Restaurants mit einem entsprechenden Hygienekonzept nicht wieder geöffnet werden können.

Einige fänden frühe Öffnung leichtsinnig

Trotzdem sprechen sich mehrere User gegen eine Lockerung des Lockdowns aus. "Wenn der Mensch ein vernunftbegabtes Wesen wäre, könnte alles öffnen", kommentiert Martin Vogl und vertritt damit die Meinung, dass Hygienekonzepte nichts bringen, wenn die Menschen sich nicht daran halten.

Auch andere Kommentatoren hielten eine zu schnelle Öffnung für "kurzsichtig und egoistisch" oder äußern ihre Angst vor einer dritten Welle im späten Frühling. Außerdem hätten sich die Menschen nun gerade daran gewöhnt, sich zurückzuhalten. Es wäre einfacher, den Lockdown jetzt noch "ein bisschen auszuhalten", als in ein paar Wochen wieder von vorne anfangen zu müssen.

In einem sind sich die BR24-Leser aber weitestgehend einig: Alle wollen ihre Freiheit so schnell wie möglich zurück. Nur über den vernünftigen Zeitpunkt wird – wie in der Politik – heftig diskutiert.

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