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Das Augsburger Staatstheater gibt nun Privatvorführungen | BR24

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Wegen Corona müssen wir auf Geselligkeit und Kultur verzichten. Deshalb hat sich das Augsburger Staatstheater etwas Besonderes ausgedacht: Bei der Aktion "Wünsch Dir was" kann eine kleine Privatvorstellung für einen lieben Menschen bestellt werden.

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Das Augsburger Staatstheater gibt nun Privatvorführungen

Wegen Corona müssen wir auf Geselligkeit und Kultur verzichten. Deshalb hat sich das Augsburger Staatstheater etwas Besonderes ausgedacht: Bei der Aktion "Wünsch Dir was" kann eine kleine Privatvorstellung für einen lieben Menschen bestellt werden.

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Ein Mini-Lautsprecher und eine Handykamera, mehr braucht Roman Poboinyi nicht, um seine musikalische Grußnote einzusingen. Die können sich Kunstfreunde bei der Aktion "Wünsch Dir was" für einen lieben Menschen beim Staatstheater Augsburg bestellen.

Zum Singen in die Kirche

Als Ort hat sich der 29 Jahre alte Tenor die ikonengeschmückte russisch-orthodoxe Kirche ausgesucht, die eigentlich geschlossen ist. Der schlanke Ukrainer mit dem blonden Haar darf den Kirchenraum jedoch zum Singen nutzen. Poboinyi hat aber auch schon Grüße zuhause in seinem Wohnzimmer aufgenommen.

"O sole mio", den Klassiker von Eduardo die Capua, erzählt er, hat sich eine Augsburgerin für eine Freundin gewünscht, die jetzt Paris lebt. Die Besteller der Wünsche haben ganz unterschiedliche: da ist eine Dame, die sich bei einer Bekannten fürs Einkaufen bedanken will, oder die Witwe, die sich ein Lied wünscht für ihren Sohn, als Erinnerung an den verstorbenen Vater.

Exklusiv-Konzert per Mail

Und natürlich, wenn ein Tenor, wie Roman Poboinyi, ganz exklusiv für einen Zuschauer singt, dann ist das eine Erfahrung mit Gänsehaut-Effekt, die Reaktionen der Empfänger der Wünsch dir Was-Botschaften sind durchweg hoch-emotional, sagt Andre Bücker, Intendant des Staatstheaters Augsburg. "Das Feedback ist großartig!"

Idee aus der Not geboren

Die Idee zu der Aktion war aus der Not heraus geboren, nachdem das Theater wegen Corona geschlossen werden musste - und sie scheint bislang bundesweit einzigartig zu sein. Das Procedere ist dabei ganz einfach: Wer seinen Verwandten, Freunden, Kollegen eine Freude machen will, kann sich per Mail ein Lied, Instrumentalstück oder einen Text wünschen. Die Künstler des Staatstheaters nehmen die Wünsche dann auf und senden das fertige Stück per Mail an den Empfänger.

"Das Leben ändert sich, die Kunst muss sich mit ändern"

Nun plant die Theaterleitung, einige der schönsten Wünsch-Dir-Was-Grußbotschaften übers Netz öffentlich zugänglich zu machen, fürs große Publikum sozusagen. Für Tenor Roman Poboinyi ist die Wünsch-Dir-Was-Aktion dabei weit mehr als nur eine erweiterte Probe, das Theater künftig wird überhaupt viele neue Wege erkunden müssen, glaubt er: "Das Leben ändert sich, die Kunst muss sich mit ändern."

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