Kurz vor der Eröffnung des neuen Mainstegs zwischen Margetshöchheim und Veitshöchheim will die Baufirma nicht mehr weitermachen.

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Mainsteg bei Veitshöchheim: Darum wirft die Baufirma hin

Mainsteg bei Veitshöchheim: Darum wirft die Baufirma hin

Der Mainsteg zwischen Veitshöchheim und Margetshöchheim soll eigentlich dieses Jahr noch eröffnet werden. Doch nun hat die Baufirma den Vertrag einseitig gekündigt. Grund: Streit über entstandene Zusatzkosten und nicht beglichene Abschlagszahlungen.

Von außen betrachtet ist der Bau des Mainstegs zwischen Veitshöchheim und Margetshöchheim bereits weit fortgeschritten. Eine Eröffnung im Spätsommer oder Herbst 2022 galt als wahrscheinlich. Doch nun wirft die hessische Baufirma hin. Grund dafür sollen vertragliche Differenzen zwischen dem Wasserstraßen-Neubauamt (WNA) in Aschaffenburg und der beauftragten Firma "Lupp" aus Hessen sein. Wie das Wasserstraßen-Neubauamt am Mittwoch überraschend mitteilt, hat die Baufirma den Vertrag einseitig gekündigt.

Wann und wie es weitergeht, noch unklar

Demnach gab es Unstimmigkeiten bei "Nachtragsforderungen und Abrechnungsthemen". Das bedeutet, dass zum Beispiel Zusatzkosten entstanden seien. Diese wolle die Firma nun teilweise in Rechnung stellen, teilt das Wasserstraßen-Neubauamt auf Anfrage mit. Dabei lägen "nicht gerade kleine Differenzen" vor. In der Mitteilung heißt es: "Das WNA Aschaffenburg stuft die einseitige Kündigung als unberechtigt ein und hat den Auftragnehmer zur Wiederaufnahme der Tätigkeiten aufgefordert." Wann und wie es auf der Baustelle weitergeht, dazu kann die Behörde derzeit keine Angaben machen.

Steg als Verbindung für Radler und Fußgänger gedacht

Für die betroffenen Gemeinden Veitshöchheim und Margetshöchheim ist der Baustopp ärgerlich. Es sei "völlig unverständlich", sagt Veitshöchheims Bürgermeister Jürgen Götz (CSU). Sein Bürgermeister-Kollege Waldemar Brohm (CSU) auf der gegenüberliegenden Mainseite wird noch deutlicher: "Für uns ist es eine totale Katastrophe." Beide Orte gelten als beliebte Ausflugsziele im Würzburger Umland. Die neue Brücke ist als Verbindung für Radfahrer und Spaziergänger gedacht. Der bisherige Steg ist in die Jahre gekommen. Er sollte nach Fertigstellung der neuen Brücke zurückgebaut werden. Auch das dürfte sich nun allerdings verzögern. Denn der Abriss des alten Steges sollte ebenfalls durch die hessische Baufirma erfolgen.

Bau des Mainstegs zwischen Veitshöchheim und Margetshöchheim

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Firma: Abschlagsrechnungen wurde nicht bezahlt

Die Bauleiterin der Firma "Lupp" verweist auf BR-Anfrage auf Abschlagsrechnungen, die vom Wasserstraßen-Neubauamt nicht bezahlt worden seien. Etwa zwei Millionen Euro seien noch offen. Deshalb sei der Firma anwaltlich dazu geraten worden, den Vertrag zu kündigen. Auch die Firma habe Mitarbeiter, die sie bezahlen müsse. Das gesamte Projekt sollte etwa neun Millionen Euro kosten.

Höhe der Zusatzkosten wird bisher nicht genannt

Wie hoch die Zusatzkosten sind, welche die Baufirma in Rechnung stellen will, dazu halten sich sowohl Wasserstraßen-Neubauamt als auch die beiden Gemeinden bedeckt. Alle drei verweisen auf das "laufende Verfahren". Fest steht für Bürgermeister Waldemar Brohm, dass er zu Gesprächen mit der Firma bereit sei: "Wir sind bestrebt das Weiterzuführen."

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