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Messerschmitt-Werk nach der Bombardierung
© Stadt Regensburg

Autoren

Thomas Muggenthaler
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Messerschmitt-Werk nach der Bombardierung

Im Zweiten Weltkrieg waren Regensburg und Umgebung immer wieder Ziel alliierter Bombenangriffe. Viele der Sprengkörper sind damals beim Aufprall nicht explodiert und liegen bis heute im Erdreich.

Zwar blieb die Altstadt von Regensburg im Zweiten Weltkrieg von großen Bombenschäden verschont. Die Umgebung hat aber Einiges abbekommen. Das ist der Grund, warum hier immer wieder Bomben gefunden werden, sagt Peter Schmoll. Er hat über die Luftangriffe auf Regensburg ein Buch geschrieben.

40.000 Sprengbomben auf Regensburg

Regensburg sei 21 Mal von den Alliierten bombardiert worden, sagt Schmoll. Insgesamt seien dabei rund 40.000 schwere Sprengbomben abgeworfen worden. Wichtigste Ziele der US-Streitkräfte waren das Messerschmitt-Werk in Regensburg-Prüfening und der Fliegerhorst in Obertraubling, dem heutigen Neutraubling.

Bei Messerschmitt seien 11.000 Jagdflugzeuge produziert worden, unter anderem das damals hochmoderne und erste Düsenflugzeug vom Typ ME-262. Bei Aufklärungsflügen stellten die Alliierten die hohen Produktionszahlen bei Messerschmitt fest

Ab Oktober 1944 wurde zusätzlich der Regensburger Ölhafen bombardiert. Kurz vor Kriegsende wurden auch Cham, Schwandorf und Plattling bombardiert.

Viele Blindgänger dabei

Problem heute: Die Bomben sind nicht alle explodiert, etwa wenn der Zünder defekt war. Deshalb finden sich heute noch Blindgänger im Erdreich. Laut Schmoll gehen die Amerikaner davon aus, dass etwa 20 Prozent der abgeworfenen Bomben nicht explodiert sind. Rechnet man das hoch, käme man auf rund 8.000 Blindgänger. Es sei zwar schon unmittelbar nach Kriegsende nach Blindgängern gesucht worden. Allerdings konnten nicht alle gefunden werden.

Bauvorhaben im Regensburger Westen oder Obertraubling schwierig

Bauherren müssten sich genau informieren, ob sich auf ihrem Grundstück Weltkriegs-Blindgänger befinden, betont der Leiter des Umweltamtes der Stadt Regensburg, Rudolf Gruber. Der Bauherr sei für die "Kampfmittelfreiheit" seines Grundstückes verantwortlich. Für entsprechende Recherchen gebe es spezielle Unterlagen beim Umweltamt, so Gruber. Außerdem könnten Bauherren bei der Stadt Regensburg und der Gemeinde Neutraubling alle erforderlichen Unterlagen zu den Bombardierungen einsehen. Dazu gehören auch Luftaufnahmen von 1945, auf denen man die vielen Bombenkrater sehen kann. Zur Überprüfung eines Grundstücks müsse man Fachfirmen hinzuziehen.

Eine absolute Sicherheit gibt es aber nicht.