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Gegen die mutmaßlichen Betreiber des Drogenshops "Lenas Bioladen" wurde Anklage erhoben.

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    Darknet-Drogenshop: Mutmaßliche Betreiber angeklagt

    Cybercrime-Experten aus Oberfranken haben die mutmaßlichen Betreiber des Darknet-Drogenshops "Lenas Bioladen" festgenommen. Sie sollen mehr als 51 Kilogramm Drogen im Internet verkauft haben. Jetzt wurde Anklage erhoben.

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    • BR24 Redaktion

    Mehr als 51 Kilo Marihuana sollen mutmaßliche Drogendealer im Internet verkauft haben. Gegen zwei Männer und eine Frau wurde nun Anklage erhoben, wie die Zentralstelle Cybercrime Bayern in Bamberg mitteilte. Ihnen drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis.

    "Lenas Bioladen" verkauft Marihunana im Darknet

    Auf die Spur der Verdächtigen aus Baden-Württemberg kamen die Ermittler im Darknet - einem Bereich des Internets, in dem sich Nutzer fast anonym bewegen können. Unter dem Namen "Lenas Bioladen" sollen sie auf drei Plattformen einen Drogenhandel betrieben haben. Dort "konnten Käufer aus ganz Deutschland sowie dem benachbarten Ausland Cannabisprodukte bestellen, die ihnen dann auf dem Postweg zugestellt wurden", so die Ermittler.

    Onlineshop mit Sitz in Neu-Ulm

    Die Ermittlungen seien im Oktober 2018 angelaufen, als Cybercrime-Experten aus Oberfranken auf den Onlineshop im Darknet gestoßen waren. Die Spurenauswertung habe nach Neu-Ulm geführt. Von dort aus sollen die Shopbetreiber 8.723 Päckchen mit verbotenem Inhalt versandt haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie mit dem Laden mehr als 740.000 Euro verdienten. Unter Handelsnamen wie "Lenas Cheese" oder "Lenas Hawaiian Snow" seien die Drogen zwischen September 2017 und März 2020 verkauft und ausgeliefert worden.

    Drei Personen angeklagt

    Die beiden Männer im Alter von 32 und 42 Jahren sitzen seit Ende Juli in Untersuchungshaft. Inzwischen haben die Ermittler auch die 34-jährige Ehefrau eines Verdächtigen im Visier, die vor allem Drogenpäckchen zur Post gebracht haben soll. Dem Trio wird in der Anklageschrift bandenmäßiges Handeln mit Betäubungsmitteln vorgeworfen. Das Gesetz sieht hierfür eine Freiheitsstrafe von fünf bis 15 Jahren vor. Zu den Tatvorwürfen haben sich die Angeklagten bislang nicht geäußert.

    Post soll künftig Auskunft geben

    Unterdessen hat das Bundeskabinett eine Erweiterung der Ermittlungsbefugnisse auf den Weg gebracht. Ermittlungsbehörden sollen künftig bei den Versanddiensten abfragen können, wann, wo und von wem ein Paket mit mutmaßlich illegalem Inhalt aufgegeben oder ausgeliefert wird. Bayern Justizminister Georg Eisenreich (CSU) begrüßt das Vorhaben in einer Mitteilung.

    "Die Postdienstleister sind oft die einzigen, die einen wichtigen, vielleicht sogar den einzigen Anhaltspunkt zur Identifizierung von Verdächtigen liefern können. Die Strafverfolger müssen endlich auf diese wichtigen Informationen zugreifen können." Georg Eisenreich (CSU), Justizminister Bayern

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