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Dänische Coronavirus-Mutationen in Neu-Ulm und Ansbach | BR24

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In Bayern wurde jetzt in einem Augsburger Labor die dänische Mutation des Coronavirus erstmals nachgewiesen. Eine der Proben stammt aus dem Raum Neu-Ulm, eine aus Ansbach.

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Dänische Coronavirus-Mutationen in Neu-Ulm und Ansbach

In Bayern wurde jetzt in einem Augsburger Labor die dänische Mutation des Coronavirus erstmals nachgewiesen. Dem Unternehmen zufolge könnte die Variante das Immunsystem leichter umgehen. Eine der Proben stammt aus dem Raum Neu-Ulm, eine aus Ansbach.

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Von
  • Thomas Pösl
  • Werner Bader
  • Markus Balek
  • Joseph Weidl

Das Augsburger Labor ArminLabs hat nach Unternehmensangaben die dänische Virusvariante bei jeweils einem Patienten aus der Region Neu-Ulm und Ansbach mittels des vom österreichischen Hersteller Procomcure Biotech neu entwickelten PhoenixDx-PCR-Verfahrens nachgewiesen. Laut dem Salzburger Unternehmen war bisher die Identifizierung unterschiedlicher Varianten des SARS-CoV-2 nur mittels extrem aufwendiger und teurer Genom-Sequenzierungen möglich.

Ein Zufallsfund bei einer aufwendigen Untersuchung

Aus diesem Grund sei in Deutschland bisher nur etwa jede tausendste positive Corona-Probe auf Mutationen untersucht worden. Die Identifizierung einer Virus-Variante dauere dabei bis zu einer Woche und es gebe nur wenige Labore in Deutschland, die so komplizierte Untersuchungen überhaupt durchführen können, so Procomcure Biotech in der Mitteilung. Die Dänemark-Mutation galt seit November 2020 laut dem Salzburger Unternehmen mit der Massentötung von 15 Millionen Nerzen in Dänemark als ausgemerzt.

Die Dänemark-Variante kann das Immunsystem leichter umgehen

Der Pressemitteilung zufolge erlaube die Dänemark-Variante dem Coronavirus, das Immunsystem des Menschen leichter zu umgehen als es bei der ursprünglichen Wuhan-Variante der Fall ist. Als Resultat halte man bei der hier entdeckten dänischen Mutation für wahrscheinlich, dass bereits erworbene Antikörper schwächer gegen sie wirken, was die Wirksamkeit von Impfstoffen erschweren könnte.

Patient aus Neu-Ulm mittlerweile verstorben

Laut dem Geschäftsführer des Augsburger Labores ArminLabs, Dr. Armin Schwarzbach, stammen die Proben von Menschen aus den Regionen Neu-Ulm und Ansbach im Alter über 60.

Entgegen der ersten Meldung des Labors, dass die Patienten am Leben seien, sagte Neu-Ulms Landrat Thorsten Freudenberger (CSU) dem Bayerischen Rundfunk am späten Mittwochnachmittag, dass der betroffene Patient im Landkreis Neu-Ulm mittlerweile verstorben sei. Ob er als Patient gilt, der "an oder mit Corona" gestorben ist, konnte das Landratsamt noch nicht bestätigen. Das LGL wird nun eine sogenannte "Gesamtgenom-Sequenzierung" durchführen, um den Nachweis der Mutation bei dem Patienten zu sichern.

Er war offenbar zur Tagespflege in einem Pflegeheim in Senden im Landkreis Neu-Ulm untergebracht. Das Gesundheitsamt hatte laut Landrat gestern Abend von dem Fall erfahren. In dem betroffenen Heim seien alle Mitarbeiter und Bewohner sofort getestet worden, so Freudenberger. Die Ergebnisse dieser Testung stehen noch aus. Es habe aber keine Häufung an positiven Fällen aus diesem Heim in den letzten Wochen gegeben. Gleichzeitig sei es aber schwierig, so der Landrat, jetzt noch bei möglichen Kontaktpersonen Mutationen nachzuweisen.

Wie die Mutationen nach Bayern kamen, ist derzeit noch unklar

Über die Herkunft des Virus in Bayern könne bislang nur spekuliert werden. Laut Schwarzbach sei die dänische Variante durch "zufälliges Herausfischen" von Proben entdeckt worden, die das Augsburger Labor nach Salzburg geschickt habe. Die Befunde stammen schon von der zweiten Dezemberwoche des vergangenen Jahres.

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