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Cybercrime-Ermittlern aus Bamberg ist ein Schlag gegen Internet-Betrüger gelungen. 18 Männer wurden im Kosovo festgenommen. Sie sollen Online-Kunden in ganz Europa abgezockt haben. Der Schaden geht in die Millionen.

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Cybercrime-Ermittlern gelingt Schlag gegen Online-Betrüger

Cybercrime-Ermittlern aus Bamberg ist ein Schlag gegen Internet-Betrüger gelungen. 18 Männer wurden im Kosovo festgenommen. Sie sollen Online-Kunden in ganz Europa abgezockt haben. Der Schaden geht in die Millionen.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Simon Trapp

Die Beschuldigten sollen Kunden am Telefon überredet haben, auf Online-Plattformen für den Handel mit Finanzinstrumenten ein Konto zu eröffnen und größere Summen zu investieren.

In Wahrheit sei das Geld aber nie angelegt worden, teilte die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) in Bamberg mit, die zur Generalstaatsanwaltschaft Bamberg gehört. Abgezockt worden seien Anleger in ganz Europa. Allein in Deutschland seien mehrere Tausend auf die Masche hereingefallen. "Das Dunkelfeld ist beträchtlich", heißt es.

Autos, Bargeld und Konten im Kosovo beschlagnahmt

18 Verdächtige sind in der Republik Kosovo festgenommen worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg weiter mit. Die Ermittler stellten dort sieben Fahrzeuge und circa 160.000 Euro Bargeld sicher. Mehrere Konten mit Guthaben in Höhe von rund 700.000 Euro wurden zudem beschlagnahmt.

Internet-Betrüger sollen nach Deutschland ausgeliefert werden

Die Männer zwischen 22 und 45 Jahren stammen aus dem Kosovo, aus Albanien und Deutschland. Sie sollen sich als Mitarbeiter eines Callcenters oder Top Broker ausgegeben haben. Bereits gegen drei der festgenommenen Männer hatte die Generalstaatsanwaltschaft in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizeiinspektion Neu-Ulm Haftbefehl wegen bandenmäßigen Betrugs erwirkt. Mindestens weitere sechs Männer aus dem Kosovo, Albanien und Deutschland sollen nach Deutschland ausgeliefert werden, heißt es in der Pressemitteilung.

Detaillierte Anweisungen für Kundenkontakte entdeckt

An den Arbeitsplätzen der Tatverdächtigen seien detaillierte Anweisungen für den Kontakt zu den geschädigten Kunden aufgefunden worden. Nähere Angaben machte die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg nicht. Auch in Berlin seien die private und geschäftliche Adresse von einem mutmaßlichen Mitglied der internationalen Bande durchsucht worden.

240 Polizeibeamten bei Festnahmen im Kosovo im Einsatz

Bei der Festnahme der 18 Männer im Kosovo waren laut Generalstaatsanwaltschaft Bamberg 240 kosovarische Polizeibeamte im Einsatz. Die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) wurde 2015 unter Führung der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg eingerichtet. Ihr gehören Staatsanwälte und IT-Spezialisten an.

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