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Cyber-Angriffe: Unternehmen oft nicht ausreichend abgesichert | BR24

© BR - Lisa Hinder

Computer - Symbolbild

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    Cyber-Angriffe: Unternehmen oft nicht ausreichend abgesichert

    Nach den Cyber-Attacken auf Politiker und Prominente ist die IT-Sicherheit in den Fokus gerückt: Unternehmen seien dabei teils nicht ausreichend gegen Angriffe auf ihre Computersysteme abgesichert, warnt die Zentralstelle für Cybercrime in Bamberg.

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    Manche Unternehmen sind nicht ausreichend gegen Angriffe auf ihre Computersysteme abgesichert. Das sagte Oberstaatsanwalt Thomas Goger, der Sprecher der Zentralstelle für Cybercrime in Bamberg, dem Bayerischen Rundfunk.

    Man müsse zwar sehr vorsichtig damit sein, die Verantwortung auf die Opfer abzuwälzen, so Goger. Aber an der einen oder anderen Stelle schlage man die Hände über dem Kopf zusammen. Teilweise würden Betriebssysteme verwendet, die schon seit Jahren nicht mehr gewartet werden, oder es gebe Schwachstellen, die schon seit Jahren bekannt seien. Investitionen in die Computersicherheit kämen deutlich günstiger als die Nachsorge im Schadensfall.

    Über 5.000 Verfahren bei der Zentralstelle für Cybercrime

    Die Zentralstelle Cybercrime bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg hat im vergangenen Jahr mehr als 5.000 Verfahren bearbeitet. 14 Staatsanwälte ermittelten unter anderem in Fällen von falschen Online-Shops, dem Handel mit Waffen, Drogen, Kinderpornografie und dem Ausspähen von Daten.

    Die Zentralstelle Cybercrime Bamberg war 2015 mit zunächst zwei Staatsanwälten gestartet. Mit der Aufstockung des Personals erhöhte sich die Zahl der Verfahren von zunächst mehreren hundert über die Jahre auf mehrere tausend.

    Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren

    Derzeit ändere sich allerdings auch das Verhalten von Wirtschaftsunternehmen ein "bisschen", erläuterte Goger. Anders als in der Vergangenheit zeigten Unternehmen mittlerweile bereitwilliger Attacken auf ihre Computersysteme an.

    Der Oberstaatsanwalt betonte, bei Internetkriminalität handle es sich nicht um Jugendsünden, sondern um Straftaten. In der Vergangenheit hätten die Ermittler in verschiedenen Fällen bereits Freiheitsstrafen von vier bis fünf Jahren vor bayerischen Gerichten erwirkt. Die Straftäter seien meist Einzeltäter, männlich, zwischen 20 und 40 Jahren alt und hätten leicht überdurchschnittliche IT-Kenntnisse. Leider reichten heutzutage aber bereits durchschnittliche Kenntnisse aus, um Straftaten mit dem Computer zu begehen, so Goger.