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CSU verlegt alle großen Parteiveranstaltungen ins Netz | BR24

© picture alliance/Peter Kneffel/dpa

Blume im neuen digitalen Studio der CSU

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CSU verlegt alle großen Parteiveranstaltungen ins Netz

In den nächsten Monaten soll es große CSU-Veranstaltungen nur am Bildschirm zu sehen geben: von Parteitagen bis hin zur Basis-Tour von CSU-Chef Söder. Auch eine Online-Mitgliedschaft gibt es – das erste Mitglied hat aber schon ein anderes Parteibuch.

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Der Satz wurde in den vergangenen Monaten schon oft bemüht, CSU-Generalsekretär Markus Blume wiederholte ihn auch nach der Vorstandssitzung seiner Partei: "Digital ist das neue Normal." Für kommenden Samstag hat die CSU zum zweiten Mal zu einem virtuellen Parteitag eingeladen, heute wurde laut Blume in der Landesleitung ein digitales Studio eröffnet, aus dem die CSU "fortan im Grunde jeden Tag auf Sendung gehen" werde. Ab sofort biete die Partei zudem eine Online-Mitgliedschaft an.

Die CSU wollte sich schon vor Monaten digital besser aufstellen - die Beschränkungen im Zuge der Corona-Krise haben die Bemühungen deutlich beschleunigt. Während zum Beispiel der Koalitionspartner in Bayern, die Freien Wähler, ihren Parteitag im Oktober wie geplant vor Ort in Landshut organisieren möchte, hat die CSU ihren für Dezember vorgesehenen Präsenzparteitag in Nürnberg nach Angaben Blumes nun komplett abgesagt.

CSU tagt nur virtuell - anders als die Freien Wähler

Zwar räumte Blume ein, dass digitale Veranstaltungen das persönliche Treffen auch unter Parteifreunden nicht ersetzen könnten. Dennoch verzichte die CSU bis auf Weiteres auf Landesebene auch auf alle weiteren Präsenzveranstaltungen. "Wir werden das alles virtuell machen, neue Wege gehen, die Neumitglieder virtuell willkommen heißen, wie auch auch eine Basis-Tour des Ministerpräsidenten und Parteivorsitzenden virtuell, digital organisieren", sagte der Generalsekretär. Die Absage aller größeren Veranstaltungen begründete er mit "einer besonderen Vorbildwirkung für uns als CSU-Landesleitung".

Der nun abgesagte Präsenzparteitag wird nun also komplett durch den virtuellen Parteitag am kommenden Samstag ersetzt. Im Mittelpunkt wird laut Blume die Rede von Parteichef Söder mit "seiner Standortbestimmung" stehen. Anders als bei der virtuellen Parteitagspremiere der CSU im Frühjahr mit etwas mehr als 200 Delegierten handelt es sich dieses Mal um einen "großen Parteitag". Dazu sind laut Blume mehr als 800 Delegierte eingeladen, die über 150 Anträge befassen sollen. 15 davon würden "herausgehoben beraten", thematisch gehe es unter anderem um die Digitalisierung der Bildung, eine Stärkung des Kinderschutzes und der Polizeiarbeit, sagte Blume.

Spekulationen über Ambitionen Söders auf Kanzlerkandidatur

Schon vor Wochen hatte Söder dafür plädiert, den großen Parteitag ins Frühjahr zu verlegen. Während die CSU mit der Corona-Lage argumentiert, wird immer wieder auch ein Zusammenhang mit der Frage hergestellt, wer Kanzlerkandidat der Union wird. Söder, so vermuten manche, verschaffe sich durch die Verlegung Flexibilität, möglicherweise doch noch seinen Hut in den Ring zu werfen.

Bisher hat Söder Fragen nach seiner Kandidatur stets mit dem Satz kommentiert: "Mein Platz ist in Bayern." In Umfragen bekam er in der K-Frage wiederholt deutlich höhere Zustimmungswerte als die drei Bewerber für CDU-Vorsitz, Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen.

CSU will "digitale Avantgarde" sein

Blume nannte den bevorstehenden virtuellen Parteitag einen "Meilenstein". Es sei ein "Novum in der deutschen Parteienlandschaft", dass eine Partei einen großen Parteitag komplett ins Internet verlege. Als ein Novum bezeichnete Blume auch die neue Online-Mitgliedschaft in der CSU: "Wir wollen zeigen, dass wir digitale Avantgarde sind." Seit heute sei es möglich, in weniger als einer Minute mit wenigen Tastenklicks eine CSU-Onlinemitgliedschaft zu begründen.

Erstes Online-Mitglied hat bereits anderes Parteibuch

Das erstes Online-Mitglied fand Blume bei der Schwesterpartei CDU. "Ich war gestern ja (...) mit dem Generalsekretär der CDU, Paul Ziemiak, privat in den bayerischen Bergen unterwegs und habe ihm von unseren digitalen Vorhaben berichtet. Und er hat sich dabei so begeistern lassen, dass er gesagt hat: 'Ich werde Online-Mitglied.'" Zwar schließe die CSU-Mitgliedschaft eigentlich die Zugehörigkeit zu einer anderen Partei eigentlich aus, erläuterte Blume. Die "geschwisterliche Parteimitgliedschaft" in CSU und CSU sei aber auch bisher schon möglich gewesen.

© BR

Erstmals wird die CSU am Wochenende einen Parteitag vollständig im Internet abhalten. 800 Delegierte können sich dann zuschalten, online über Anträge beraten und abstimmen.

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