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CSU und Grüne in Bayern unterstützen Tierwohlabgabe | BR24

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Bauern gegen Billigfleisch - Die Münchner Runde diskutiert.

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CSU und Grüne in Bayern unterstützen Tierwohlabgabe

In der Diskussion um höhere Lebensmittelpreise haben sich jetzt sowohl die CSU, als auch die Grünen für eine Tierwohlabgabe ausgesprochen. Aber nur, wenn das Geld direkt bei den Landwirten ankomme. Die Bauern sind jedoch skeptisch.

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Er sei kein Freund davon, Mindestpreise zu diktieren, sagt Ludwig Hartmann in der Münchner Runde. Der Grünen-Fraktionschef im Landtag fordert eine Tierwohlabgabe, die direkt an die Landwirte gehe, damit diese in bessere Tierhaltung investieren können.

"Wir müssen die Tierhaltung gewaltig umbauen. Da müssen Landwirte investieren in Ställe. Anders wird es nicht gehen. Das können aber nicht die Landwirte zahlen, das muss die Gesellschaft bezahlen." Ludwig Hartmann, Grünen-Fraktionschef im Bayerischen Landtag

Dem schloss sich die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber an. Die Schlüsselfrage sei, ob das durch eine Tierwohlabgabe generierte Geld am Ende auch eins zu eins bei den Landwirten ankomme. Ein erster Schritt seien die von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner geforderten 40 Cent pro Kilogramm Fleisch und bis zu 15 Cent Aufschlag auf Butter, Milch und Käse.

"Es gibt den Landwirt um die Ecke, es gibt die Direktvermarktung. Man könnte durchaus auch jetzt schon als Verbraucher Tierwohl finanziell mehr unterstützen." Michaela Kaniber, Bayerische Landwirtschaftsministerin

Die Landwirte sind jedoch skeptisch, ob sie tatsächlich von höheren Fleischpreisen profitieren werden. Denn ob eine Tierwohlabgabe am Ende auch höhere Lebensmittelpreise bedeute, das sei zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht klar, betont Christian Böttcher vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels. Es könne sich nämlich vorstellen, dass Schlachtbetriebe und Zulieferer die Abgabe zahlen müssen und nicht der Verbraucher.

Diana Plange, Vorsitzende des Vereins "Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft" fordert darüber hinaus eine klare und transparente Kennzeichnung von Lebensmitteln. Es brauche dringend ein verpflichtendes, staatliches Tierwohllabel, das leicht nachvollziehbar für den Verbraucher sei, so Plange, die auch Sprecherin der Tierschutzbeauftragten in Deutschland ist.

Der Tönnies-Skandal in Nordrhein-Westfalen hat die Diskussion um mehr Tierschutz in Deutschland neu entfacht. In der Politik werden die Rufe nach höheren Fleischpreisen immer lauter.

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