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Bildrechte: pa/dpa-Soeren Stache

Nach den jüngsten Vorfällen wollen CSU und Freie Wähler das gezielte Abschießen der in Bayern streng geschützten Wölfe erleichtern. Ein aktives Wolfsmanagement soll langfristig das jetzt schon mögliche Töten von Problemwölfen ergänzen.

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CSU und FW wollen Abschuss von Wölfen erleichtern

Nach den jüngsten Vorfällen wollen CSU und Freie Wähler das gezielte Abschießen der streng geschützten Wölfe ermöglichen. Ein aktives Wolfsmanagement soll das bereits mögliche Töten von Problemwölfen ergänzen. Die Opposition fordert andere Lösungen.

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Von
  • Arne Wilsdorff

Nach den jüngsten Übergriffen von Wölfen auf Wildgehege in Oberfranken fordern die Regierungsfraktionen von CSU und Freien Wählern die Staatsregierung auf, den Schutzstatus des Wolfes in Deutschland grundsätzlich zu überprüfen. Schließlich steige deren Zahl kontinuierlich, so Alexander Flierl, Jagdpolitischer Sprecher der CSU-Fraktion im Landtag.

Neue Gesetze für "Aktives Bestandsmanagement"

Für ein sogenanntes "aktives Bestandsmagement" sollen deshalb die rechtlichen Bedingungen geschaffen werden. Etwa nach dem Vorbild Frankreich. Dort seien die FFH-Richtlinien (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinien) zum Schutz des Wolfes so angepasst worden, dass regelmäßige Abschüsse möglich seien, so Flierl. Als Ziel des Antrages nennen CSU und Freie Wähler, Weidetierhaltung müsse trotz der Wölfe auch künftig möglich sein. Aber das gehe nur, wenn es nicht zu zu vielen Übergriffen auf Schafe oder Ziegen komme. Der Staat müsse deshalb alles tun, damit "die Leute die Weidehaltung nicht aufgeben", betont Benno Zierer (FW).

Grüne fordern Zuschüsse für Zäune und Hunde

Patrick Friedl von den Grünen hält dagegen das bestehende Recht, das den Abschuss von sogenannten "Problemwölfen" in Bayern längst ermöglicht, für völlig ausreichend. In Summe sei das "ein Schaufensterantrag, (...) weil wir werden dauerhaft mit dem Wolf leben".

Friedl fordert von CSU und Freien Wählern stattdessen, die Förderkulisse auszuweiten, damit Tierhalter in ganz Bayern Herdenschutzhunde und bezuschusste Zäune anschaffen können. Bis jetzt werden präventive Schutzmaßnahmen wie wolfsabweisende Zäune nur in Gebieten gefördert, in denen es bereits standorttreue Tiere gibt, oder aber ein durchziehender Wolf Nutztiere gerissen hat. Nicht aber in gesamt Bayern, wo jederzeit und überall ein Wolf auftauchen könnte. Das mache Sinn, so Friedl.

Florian von Brunn: "CSU und FW haben Finger am Drücker"

Auch Florian von Brunn, Umwelt-Experte der SPD, fordert, erst einmal die Zuschüsse für den Herdenschutz auf ganz Bayern auszuweiten. Schließlich wollten die Menschen nicht, "dass der Wolf abgeknallt wird. Die wollen vernünftige Lösungen, wie wir mit dem Wolf leben können". CSU und Freie Wähler hätten "beim Thema Wolf immer den Finger am Drücker".

Der Umweltausschuss fordert jetzt mit der Mehrheit von CSU und Freien Wählern von der Staatsregierung, den Schutzstatus des Wolfes zu überprüfen, und über den Herdenschutz im Landtag umfassend zu berichten.

Derzeit leben nach Auskunft des Bund Naturschutz' in Bayern an acht Orten ca. 20 standorttreue, also sesshafte Wölfe. Einzeltiere in den Allgäuer Alpen, auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels (Lkr. Amberg-Sulzbach), auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr (Lkr. Neustadt a. d. Waldnaab) und in der Rhön. Rudel leben jeweils im Norden und im Süden des Nationalparks Bayerischer Wald, im Manteler Forst (Lkr. Neustadt a. d. Waldnaab), und im Veldensteiner Forst (Lkr. Bayreuth).

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