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Geflüchtete Jugendliche als Auszubildenende
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Lisa Weiß
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Geflüchtete Jugendliche als Auszubildenende

Jede Ausländerbehörde entscheidet anders. Das bayerische Innenministerium hat vor Kurzem versucht, den Arbeitsmarktzugang für diese Menschen zu vereinheitlichen. Doch die Betriebe sind damit nicht zufrieden. Das sorgt jetzt sogar für innerparteilichen Streit in der CSU.

Die Entscheidungshilfen des Ministeriums für die bayerischen Ausländerbehörden seien über 95 Seiten lang, kompliziert und teils wenig konkret, schreibt der Vizevorsitzende der CSU-Mittelstandsunion Peter Erl in einem Brief an Innenminister Joachim Herrmann. Dieser Brief liegt dem BR vor:

"Die unklare Rechtslage für alle Beteiligten bleibt bestehen und unsere Handwerksfirmen stehen vor einem Paragraphendschungel, der nicht zu bewältigen ist und am Ende unseren Firmen nichts bringt." Zitat aus dem Brief von Peter Erl

Mittelständler und Handwerker fordern: Arbeitsmarktzugang für Geflüchtete erleichtern

Viele Mittelständler und Handwerker wendeten sich von der CSU ab, weil sie sich alleine gelassen fühlten, schreibt Erl, der selbst Bauunternehmer ist. Erl fordert Herrmann auf, vor den Wahlen ein Zeichen zu setzen und will, dass der Arbeitsmarktzugang für Geflüchtete erleichtert wird.

Innenminister Joachim Herrmann schlägt dagegen vor: Die Handwerksbetriebe sollten möglichst anerkannte Asylbewerber anstellen. Und er betont, es gäbe bereits Erleichterungen - jedenfalls für bestimmte Mangelberufe.

"Wir haben jetzt eine besondere Regelung getroffen, für Menschen, die eine Pflegeausbildung für Altenpflege, für Krankenpflege machen und das funktioniert ganz gut. Aber: Natürlich kann ich das jetzt nicht für jede Tätigkeit von vornherein machen." Innenminister Joachim Herrmann

Genau diese Vorzugsbehandlung für Pflegeberufe sieht Peter Erl von der Mittelstandsunion aber als Problem. Er fragt in seinem Brief, ob Handwerksfirmen weniger wert seien –auch ihnen stehe das Wasser bis zur Unterlippe, was Fachkräfte und Lehrlinge beträfe, so Erl.