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CSU stellt mit Marcus König den neuen Nürnberger OB | BR24

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Stichwahl in Nürnberg und das Ergebnis leitet eine politische Zeitenwende in der Stadt ein. Denn nach Ulrich Maly, der nach 18 Jahren als SPD-Oberhaupt nicht mehr angetreten ist, ging nun CSU-Kandidat Marcus König als Sieger aus der Stichwahl hervor.

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CSU stellt mit Marcus König den neuen Nürnberger OB

Lange haben sich die beiden Stichwahl-Kandidaten in Nürnberg ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Am Ende hat sich Marcus König von der CSU gegen Thorsten Brehm von der SPD durchgesetzt und damit eine echte SPD-Hochburg in Bayern eingenommen.

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Es war die große Frage der Stichwahl in Nürnberg: Wird der Nachfolger von OB-Legende Ulrich Maly der 35-jährige Thorsten Brehm? Oder gelingt es dem 39-jährigen Marcus König, als zweiter CSU-Mann in Nürnberg Oberbürgermeister zu werden? Mit 52,2 Prozent haben sich die Wähler für Marcus König entschieden. Bemerkenswert daran: Die Wahlbeteiligung in Nürnberg lag nur bei 51,61 Prozent.

Nach anfänglichem Kopf-an-Kopf-Rennen baute König schließlich seine Führung immer mehr aus. Am Ende erhielt er mit 52,2 Prozent die Gunst der 388.998 Nürnberger wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger. Am 15. März war König mit 36,5 Prozent um 1,6 Prozentpunkte vor Brehm gelegen. Thorsten Brehm gratulierte König schon telefonisch zu seinem Sieg bevor alle Stimmen ausgezählt waren.

Wie hat Bayern gewählt?: Die Übersicht über die Ergebnisse der einzelnen Gemeinden finden Sie hier.

Damit stellt die Nürnberger CSU mit dem 39-jährigen Marcus König zum zweiten Mal den Oberbürgermeister – und das nach 18 Jahren unter Ulrich Maly von der SPD. Maly war nicht mehr zur Wahl angetreten. Unterstützt wurde König während des Wahlkampfs von Ministerpräsident Markus Söder, der ebenfalls aus Nürnberg stammt.

In einer ersten Reaktion freute sich Marcus König über seine Wahl und erklärte telefonisch, dass er sich nun als erstes der Corona-Krise widmen wird und sofort auch in den Corona-Krisenstab aufgenommen wird. Dann wird er mit Ulrich Maly eine Übergabe machen, die der Noch-OB schon hervorragend vorbereitet habe. Gemeinsam werden sie alles daran setzen, dass sie "nahtlos weiterarbeiten und anknüpfen können", so König.

Kaum unterschiedliche Wahlprogramme

Im Wahlkampf hatten beide OB-Kandidaten kaum inhaltliche Unterschiede erkennen lassen. Nach dem ersten Wahlgang am 15. März wurden beide aufgrund der Corona-Krise in ihrem Wahlkampf gebremst. Marcus König musste zeitweise sogar in Quarantäne, weil der Verdacht bestand, dass er sich am Wahlabend angesteckt hatte.

Die Grünen ohne Wahlempfehlung

Von den Grünen bekam keiner der beiden Kandidaten Unterstützung. Die Ökopartei war im neuen Nürnberger Stadtrat drittstärkste Kraft geworden. Sie verzichteten auf eine Wahlempfehlung, weil sie in der Frage des Frankenschnellwegs eine andere Lösung bevorzugten als beide Kandidaten.

Während Thorsten Brehm von Die Partei/Piraten unterstützt wurde, die ihre Wähler per Twitter dazu aufforderten, den SPD-Mann zu wählen, und auch die Linke auf Facebook darum bat, Nürnberg nicht der CSU zu überlassen , konnte Marcus König auf die Hilfe der Nürnberger FDP zählen.

Frankenschnellweg und Verkehrswende als Themen

Wahlkampfthemen in Nürnberg waren der umstrittene Ausbau des Frankenschnellwegs, bei dem sich SPD und CSU aber einig waren. Weitere Themen waren bezahlbarer Wohnraum und öffentlicher Nahverkehr, insbesondere das 365-Euro Ticket für alle sowie der Ausbau des Radverkehrs.

Politik des Konsens gefragt

Der neue Oberbürgermeister Marcus König muss sich in der kommenden Amtszeit mit einem "bunten" Stadtrat auseinandersetzen und muss somit – ganz in der Tradition von Ulrich Maly – auf eine Politik der Kompromisse und des Konsens setzen. Die 70 Sitze im Stadtrat sind wie folgt aufgeteilt: CSU 22 (22), SPD 18 (31), Grüne 14 (6), AfD 4 (-), Die Linke 3 (-), FW 2 (2), FDP 1 (1), Linke Liste 1 (3, zusammen mit Die Linke), ÖDP 2 (2), Die Guten 1 (1), Die PARTEI/Piraten 1 (-), Politbande 1 (-).