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Söder bedauert Rückzug von muslimischem CSU-Kandidaten | BR24

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CSU-Chef Söder hat den Rückzug eines muslimischen CSU-Kandidaten für das Bürgermeisteramt im schwäbischen Wallenstein bedauert.

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Söder bedauert Rückzug von muslimischem CSU-Kandidaten

Im schwäbischen Wallerstein hat ein deutscher Unternehmer muslimischen Glaubens seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt zurückgezogen - nach Protesten der CSU-Basis. Jetzt hat sich Parteichef Söder zu dem Fall geäußert.

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"Ich bedauere das" – so kommentiert CSU-Chef Söder den Rückzug des Muslimen Sener Sahin von der CSU-Kandidatur für das Bürgermeisteramt in Wallerstein in Schwaben. Sahin, 44 Jahre alt, bayerischer Unternehmen mit türkischen Wurzeln, hatte vor einigen Tagen aufgegeben mit der Begründung, es gebe Vorbehalte in der CSU-Basis. Er sei allein mit dem Einwand kritisiert worden, "ein Moslem als Vertreter der CSU - das geht doch gar nicht".

Das rügt nun der CSU-Vorsitzende: "Wer sich zu den Grundsätzen der CSU bekannt hat, der sollte auch ein guter Kandidat sein", so Markus Söder bei der Klausur der CSU-Landesgruppe in Seeon. Sein Auftrag an Generalsekretär Markus Blume lautete, das Ganze aufzuarbeiten.

Der örtliche CSU-Bundestagsabgeordnete Ulrich Lange, auch Kreisvorsitzender, sagt dem BR: "Sahin wäre ein guter und spannender Kandidat gewesen." Er sei ein Beispiel für gelungene Integration, "im Ehrenamt, als junger Unternehmer, als Familienvater", so Lange.

Waigel nennt Ablehnung "grundfalsch"

Auch der CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel, selber aus Schwaben, kritisiert seine regionalen Parteifreunde: Er halte es für grundfalsch, einen Kandidaten wegen seines Glaubens auszuschließen, "wenn er sich zu unseren Werten bekennt", so Waigel in der "Augsburger Allgemeinen". Und schiebt hinterher: Sogar bei den Oberammergauer Passionsspielen dürften Muslime mitmachen.

Sahin ist selber nicht CSU-Mitglied, am Donnerstag hätte er nominiert werden sollen – von der CSU, für die Kommunalwahl im März. Die CSU in Wallerstein geht nun ohne eigenen Bürgermeisterkandidaten in die Kommunalwahl.