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In der Union gibt es einen offenen Machtkampf um die Kanzlerkandidatur. Laut CSU-Landesgruppenchef Dobrindt wird es bald eine Entscheidung geben. Umfragen würden bei der Kür des Kanzlerkandidaten eine wichtige Rolle spielen, so Dobrindt.

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CSU-Politiker Dobrindt: "Umfragen sind wesentlicher Faktor"

Duell zwischen Söder und Laschet um die Unions-Kanzlerkandidatur: CSU-Landesgruppenchef Dobrindt betont im BR, dass Umfragewerte bei der Entscheidung eine Rolle spielen müssten. Einige weitere CSU-Politiker bekunden ihre Unterstützung für Söder.

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Von
  • Magdalena Latz
  • Tobias Bönte

Mit Blick auf die Entscheidung über die Unions-Kanzlerkandidatur hat der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, die große Bedeutung der Meinungsumfragen betont. Diese seien zwar nicht einzig und allein entscheidend, jedoch ein ganz wesentlicher Faktor, sagte Dobrindt im Gespräch mit der Rundschau im BR Fernsehen. Denn letztendlich gehe es bei der Frage nach dem Kanzlerkandidaten um Chancenoptimierung für die Bundestagswahl, die man gewinnen wolle, sagte Dobrindt. In Meinungsumfragen führt CSU-Chef Markus Söder [zum Portrait] deutlich vor CDU-Chef Armin Laschet [zum Portrait].

Für Dobrindt geht es jetzt darum, eine Entscheidung zwischen zwei "herausragenden Kandidaten" zu finden. Dazu habe man zwar jetzt noch ein paar Tage Zeit, die Zeit sei aber auch reif für eine Entscheidung. Angesprochen auf die CDU-Präsidiumssitzung am Montag und eine mögliche Beschlussfassung dort für Armin Laschet sagte Dobrindt: "Ich warne davor, dass man jetzt einseitige Festlegungen schafft." Noch einmal betonte Dobrindt auch das "natürliche Mitspracherecht" der Bundestagsfraktion, denn die Abgeordneten seien es ja letztendlich, die nach einer Wahl den Bundeskanzler zu wählen hätten.

Dobrindt: Es gibt erstmals ein "Triell"

Angesprochen auf die Wahlniederlagen der letzten beiden CSU-Kanzlerkandidaten Strauß und Stoiber betonte Dobrindt die besondere Situation bei dieser Bundestagswahl, die nicht vergleichbar sei mit der einer vorangegangenen Wahl. Denn die Amtsinhaberin trete nicht mehr an und es gebe erstmals nicht nur ein Duell, sondern ein "Triell" zwischen CDU/CSU, Grünen und SPD. Hierzu brauche es einen "eigenen, neuen und modernen Politikstil", wie ihn Markus Söder verkörpere, so Dobrindt. Auf die Frage nach dem Zeitrahmen bis zu einer Entscheidung über die K-Frage antwortete Dobrindt: "Wir haben jetzt den Zeitplan, die Zeit ist reif, wenige Tage."

CSU-Politiker Kreuzer und Füracker positionieren sich

In Bayern sprachen sich am Sonntagabend erste hochrangige CSU-Politiker demonstrativ für ihren Ministerpräsidenten und Chef aus. "Markus Söder ist ein sehr starker Ministerpräsident, und er wäre ein sehr starker Bundeskanzler", sagte etwa Bayerns Finanzminister Albert Füracker, der zugleich auch CSU-Bezirksvorsitzender in der Oberpfalz ist. Die Union müsse geschlossen auftreten. "Nur gemeinsam können wir diese schwierige Wahl gewinnen. Ich bin mir sicher, dass wir mit Markus Söder zu einem sehr guten Ergebnis kommen würden." Söders sei ein hervorragender Ministerpräsident mit sehr guten Umfragewerten.

Auch der Chef der CSU-Landtagfraktion in Bayern, Thomas Kreuzer, hält seinen Parteichef Markus Söder für den bestmöglichen Unionskanzlerkandidaten. "Ich begrüße ausdrücklich, dass Markus Söder erklärt hat, dass er als Kanzlerkandidat zur Verfügung steht. Ich halte ihn nicht nur für geeignet, sondern für den besten Kandidaten von CDU und CSU und bin mir aufgrund seiner langjährigen politischen Erfahrung sicher, dass er ein hervorragender Kanzler der Bundesrepublik Deutschland wäre", sagte Kreuzer.

CDU-Politiker von Stetten unterstützt Söders Kandidatur

Ebenso begrüßt Christian von Stetten, Vorsitzender des einflussreichen Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU Bundestagsfraktion, eine Kanzlerkandidatur Söders. Der CDU-Politiker sagte der "Heilbronner Stimme": "Es ist gut, dass Ministerpräsident Söder seine Bereitschaft erklärt hat und ich unterstütze diese Kandidatur ausdrücklich."

Präsidien von CDU und CSU beraten am Montag

Söder und Laschet hatten am Sonntagvormittag am Rande einer Klausurtagung des geschäftsführenden Vorstands der Unionsfraktion ihre Bereitschaft erklärt, für die Union als Kanzlerkandidaten ins Rennen gehen zu wollen. Doch wer von beiden am Ende tatsächlich Kanzlerkandidat wird, muss sich in den kommenden Tagen erst noch herauskristallieren. Die Präsidien von CDU und CSU treffen sich jeweils am Montag, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

Söder selbst, dämpfte die Erwartungen an eine schnelle Entscheidung in diesem Gremium. "Wir haben eigentlich auch vereinbart in dem Gespräch, dass es keine Beschlussfassung jetzt gibt", sagte Söder am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Man warte jetzt erstmal "die nächsten Tage" ab, sagte er weiter.

Laschet will Führungsgremium der CDU um Vertrauen bitten

Laschet will die Führungsgremien seiner Partei am Montag hinter seine Bewerbung für die Kanzlerkandidatur der Union versammeln. "Ich werde morgen bereit sein zur Kandidatur, so wie Markus Söder, und um Vertrauen bitten", sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Er fügte hinzu: "Und die Partei wird dann eine Empfehlung aussprechen." Über das Ergebnis wolle er noch nicht spekulieren. Viele Landesvorsitzende und Ministerpräsidenten hätten sich aber bereits in der Vergangenheit für ihn ausgesprochen.

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