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CSU will Kunden-WC in jedem Supermarkt | BR24

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Die CSU will Supermärkte dazu bringen, Kunden-Toiletten zu bauen. Oder bereits vorhandene WCs für Besucher zu öffnen. Die Neuregelung käme vor allem Kindern und Älteren zugute.

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CSU will Kunden-WC in jedem Supermarkt

Die CSU-Parteitagsdelegierten haben dafür gestimmt, dass Supermärkte künftig dazu gebracht werden sollen, Kunden-Toiletten zu bauen. Oder sie sollen bereits vorhandene WCs für Kunden öffnen. Die Neuregelung käme vor allem Kindern und Älteren zugute.

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Von
  • Anton Rauch

Betreiber von Supermärkten sollen nach dem Willen der CSU künftig dazu verpflichtet werden, eine Kundentoilette einzurichten. Das haben die Delegierten des CSU-Parteitags am Wochenende beschlossen. Bei Altbauten sollten Kunden zumindest einen Rechtsanspruch erhalten, in Notsituationen auch die Personaltoilette benutzen zu dürfen. Die CSU-Fraktion im Landtag muss aber die bayerische Bauordnung ändern.

Der Beschluss wäre eine Erleichterung für ganz viele Menschen. Allerdings bedeutet er für Supermärkte höhere Kosten und Umorganisation.

Bisher sind Kundentoiletten eine Seltenheit

In Baumärkten und Supermärkten gibt es Toiletten, die sind allerdings meist allein dem Personal vorbehalten. Immer wieder werden Menschen, die es in akuter Not drückt, zurückgewiesen. Für diesen Service sehen sich Händler schlicht nicht zuständig. Aber das könnte sich in Bayern ändern. Tatsächlich war der Antrag beim letzten Parteitag noch durchgefallen. Auch diesmal hatte die Antragskommission empfohlen, ihn zurückzuweisen.

Gerade kleine Kinder, Schwangere, Menschen mit Handycap oder älteren Menschen benötigten beim Einkaufen nicht selten ein WC, heißt es in dem Antrag der Frauen-Union. Laut Statistik sind in Deutschland heute rund 17, 5 Millionen Menschen älter als 65 Jahre. Diese Zahl werde noch steigen. Die Betroffenen seien auf eine Toilette in der Nähe angewiesen, so die Argumentation. Genauso fehlten behindertengerechte Toiletten.

Unterschieden wird zwischen Alt- und Neubauten

Künftig soll es einen verbindlichen Rechtsanspruch geben, dass Kunden in Notsituationen die Personaltoilette benutzen dürfen, auch in Altbauten. Für Neubauten wird künftig mindestens eine barrierefreie Kundentoilette gefordert. Dabei können Betreiber auch eine Toilette für alle zur Verfügung stellen, eine sogenannte Unisex-Toilette.

Eine Änderung der Bayerischen Bauordnung ist immer umstritten, weil sie stets Kosten bedeutet. Doch das wird immer wieder gemacht. So wurde etwa im Sommer beschlossen, dass nicht fertige Windräder auch nicht fertig gebaut werden dürfen, wenn der Abstand zur Wohnbebauung größer ist als die zehnfache Höhe der Windräder.

Toilettenfrage - Dauerthema

Die Toilettenfrage ist ein Dauerthema. In Städten wird über die Vorhaltung von öffentlichen Toiletten gestritten. Gastronomiebetriebe sind oft nicht begeistert, dass ihre WCs von Laufkundschaft genutzt werden. Regelmäßig wird über Sauberkeit, Hygiene, Kosten, Finanzierung und Gebühren diskutiert. Der Vorstoß der CSU ist ein echter Sprung nach vorn - in Richtung mehr Service unabhängig vom Konsum.

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Supermärkte sollen künftig dazu verpflichtet werden, ihren Kunden eine Toilette anzubieten. Das haben die Delegierten des CSU-Parteitags am Wochenende beschlossen. Allerdings muss der Landtag dazu an die Bayerische Bauordnung.

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