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CSU Nürnberg: Abschied vom bisherigen Plan für die Nordanbindung | BR24

© Bayerischer Rundfunk

Bisher war geplant, die Trasse (gepunktet) von der Autobahn quer durch den Wald zum Flughafen zu führen.

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    CSU Nürnberg: Abschied vom bisherigen Plan für die Nordanbindung

    Jahrelang kämpfte die Nürnberger CSU für die umstrittene Nordanbindung des Flughafens an die Autobahn. Jetzt verabschiedet sich Fraktions-Chef Marcus König von dem bisherigen Plan. Es sei nicht durchzusetzen, Bäume für das Projekt zu fällen.

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    Es passe nicht mehr in die Zeit, für dieses Verkehrsprojekt tausende Bäume zu fällen, sagte Marcus König. Bisher war vorgesehen, dass eine rund 3,5 Kilometer lange Trasse durch den Reichswald zum Flughafen gebaut wird. Sie sollte den Airport mit der Autobahn A3 verbinden und die bestehenden Anschlussstellen entlasten. Geplant war, dass die Trasse unter dem Rollfeld zum Flughafen geführt wird. Für das seit vielen Jahren umstrittene Projekt hätten der Bannwald massiv gerodet werden müssen.

    Umdenken gefordert

    Bislang hatte sich die Nürnberger CSU für diese Trasse eingesetzt. Doch nun fordert König ein Umdenken. Dies sei mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) abgesprochen, sagte König, der auch OB-Kandidat der CSU ist. Eine Verkehrsentlastung rund um den Flughafen sei jedoch notwendig. Er schlägt deshalb vor, die komplette Strecke zu untertunneln.

    Baukosten würden sich vervielfachen

    Sollte die komplette Trasse in einem Tunnel verschwinden, würden sich die Baukosten vervielfachen. Die letzten Schätzungen gehen von 60 Millionen Euro aus, die das Projekt die Steuerzahler kosten würde. Diese Kosten müsste der Bund tragen, denn die Zubringerstrecke ist als Bundesstraße geplant.

    Verseuchter Boden

    Mit einem Bau könnte jedoch frühestens in einem knappen Jahrzehnt begonnen werden. Denn derzeit muss das Gelände, über das die Trasse führen würde, aufwändig saniert werden. Der Boden ist mit giftigen Rückständen aus dem Löschschaum der Flughafenfeuerwehr verseucht.

    Zustimmung von anderen Rathaus-Parteien

    Nürnbergs SPD-Vorsitzender Thorsten Brehm begrüßt die Abkehr des CSU-Fraktionsvorsitzenden von den Plänen der Flughafen-Nordanbindung. Die CSU habe lange für das Projekt gekämpft, habe jedoch keine Mehrheit bekommen, teilte Brehm mit. Nun sei es an der Zeit, das Projekt gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten und der Staatsregierung offiziell zu beerdigen.

    Kein verkehrspolitischer Nutzen

    Der ökologische Eingriff in den Reichswald stünde in keinem Verhältnis zum Nutzen für die Autofahrer, sagt Brehm. Er schlägt vor, dass sich der Bayerische Landtag erneut mit dem Straßenprojekt befasst und das Verfahren beendet.

    Forderung nach einer echten Verkehrswende

    Auch die ÖDP im Nürnberger Stadtrat begrüßt das "Einlenken der CSU zur Vernunft". ÖDP-Stadtrat Thomas Schrollinger sagte, es sei Zeit, in Nürnberg eine echte Verkehrswende voran zu bringen. Wenn es CSU-Fraktions-Chef König allerdings wirklich klimapolitische Verantwortung übernehmen wolle, müsse er sich in Konsequenz nun auch vom Ausbau des Frankenschnellwegs verabschieden, teilte Schrollinger mit.