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CSU-Chef Seehofer: "Wir brauchen Geschlossenheit statt Nörgelei"

Selbstvertrauen und Zuversicht, Harmonie und Geschlossenheit, Kampfeslust - angesichts historisch schlechter Umfragewerte macht sich die CSU selbst Mut für die verbleibenden vier Wochen bis zur Landtagswahl in Bayern. "Wir werden stark abschneiden", rief der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer den Delegierten auf dem CSU-Parteitag im Münchner Postpalast zu - und forderte sie auf, auszuschwärmen und die Bevölkerung aufzurütteln. "Wir brauchen jetzt in den nächsten vier Wochen Zuversicht statt Ängstlichkeit, wir brauchen Geschlossenheit statt Nörgelei, wir brauchen Einsatz statt Gemütlichkeit."

Dickes Lob für Söder

Für den Ministerpräsidenten und CSU-Spitzenkandidaten für die Wahl am 14. Oktober, Markus Söder, gab es von Seehofer viel Lob - wegen seines seinen "ungeheuren Einsatzes", seiner "fortschrittlichen Politik" der vergangenen Monate und der neuen Akzente, die er gesetzt habe. Es sei keine Floskel, "wenn ich sage, der Markus Söder steht für Stabilität, weil die Menschen wissen, wenn sie uns und ihn wählen, was sie dafür bekommen".

Seehofer fordert SPD zum Einlenken auf

Besonders fasziniert habe ihn Söders Einsatz für die kleinen Leute, betonte Seehofer und verwies auf die Einführung des bayerischen Familiengelds, des Pflegegelds und das Baukindergelds im Freistaat. In diesem Zusammenhang forderte Seehofer die SPD und deren Bundesarbeitsminister Hubertus Heil auf, im Streit um das bayerische Familiengeld nachzugeben. Es sei "schäbig, wenn gegen die kleinen Leute Politik gemacht" werde. Das Familiengeld auf Hartz IV anzurechnen, sei ein "Unsinn", der beendet werden müsse. Bayern zahlt seit Anfang September Eltern von Kindern im zweiten und dritten Lebensjahr 250 Euro pro Monat und Kind.

Stolz auf Leistungen der CSU

Seehofer erinnerte an die Leistungen der CSU. Darauf müsse man wieder stolz sein, und rief den Delegierten zu: "Ich würde jedem empfehlen, mit Stolz durch Bayern zu gehen, zu fahren, zu diskutieren." Der CSU-Chef grenzte sich auch klar gegen rechte Parteien und Strömungen ab und sagte. "Wir haben uns immer eindeutig, unmissverständlich klar nach Rechtsaußen abgegrenzt und das gilt auch in der Zukunft."

Blume attackiert AfD

Zuvor hatte bereits Generalsekretär Markus Blume kräftig gegen die Oppositionsparteien ausgeteilt. Die Grünen stünden für ein Bevormundungs-Bayern, die SPD für ein aus Berlin "ferngesteuertes Bayern", Freie Wähler und FDP für ein "Bayern der Angsthasen und der Hasenfüße". Erst recht wolle die CSU kein AfD-Bayern. "Die AfD mag allenfalls eine Alternative zur NPD sein, aber sie ist keine Alternative für Deutschland und schon gar nicht für unser Bayern", betonte Blume.