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"AfD ist so etwas wie die neue NPD" - Wahl-Reaktionen aus Bayern | BR24

© picture alliance/Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

CSU-Generalsekretär Markus Blume (rechts) übt harsche Kritik an der AfD

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"AfD ist so etwas wie die neue NPD" - Wahl-Reaktionen aus Bayern

Bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen hat die AfD große Gewinne erzielt. Die CSU grenzt sich in scharfen Worten von der AfD ab. Freie-Wähler-Chef Aiwanger beklagt, dass eine starke AfD zur Regierungsbeteiligung der Grünen führe.

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CSU-Generalsekretär Markus Blume gratulierte im Bayerischen Rundfunk dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) zum Wahlsieg: "Michael Kretschmer hat die Wahl ganz klar gewonnen. Es ist ihm trotz widriger Umstände gelungen, die Wahl erfolgreich zu gestalten und einen Regierungsauftrag zu erhalten." Harsche Kritik übte Blume an der AfD, die bei beiden Wahlen zweitstärkste Kraft wurde.

"Für mich ist die AfD inzwischen gerade hier im Osten so etwas wie die neue NPD mit rechtsradikalem Gedankengut und Führungspersönlichkeiten, die unfähig sind, sich abzugrenzen von diesen rechtsradikalen Tendenzen - ja ganz im Gegenteil: die sich selbst an die Spitze dieser Bewegung gestellt haben." Markus Blume, CSU-Generalsekretär
© BR

Markus Blume, Generalsekretär der CSU, äußert sich im Bayerischen Rundfunk besorgt über das Erstarken der AfD in Sachsen und Brandenburg. Er vergleicht die AfD auch mit der NPD.

Blume: Union muss sich von AfD abgrenzen

Der Union empfahl Blume, sich klar von der AfD abzugrenzen: "Mit Blick auf die Erfahrungen, die wir im Umgang mit der AfD in Bayern gesammelt haben, kann nur eines richtig sein: zu versuchen, konservative Wählerinnen und Wähler als Union zu beheimaten und eine ganz klare Abgrenzungsstrategie zur AfD zu verfolgen."

SPD spricht von Krise der Volksparteien

Die bayerische SPD-Vorsitzende Natascha Kohnen gratulierte der SPD in Brandenburg zu einer "unglaublichen Aufholjagd". Sie werde mit Sicherheit mit einer schwierigen Regierungsbildung beauftragt. In Sachsen habe eine Polarisierung zwischen Union und AfD stattgefunden. "Hier hat die SPD ein bedauerliches Ergebnis eingefahren", sagte Kohnen im Bayerischen Rundfunk.

Die AfD hätte nach Ansicht Kohnens nicht so gut abgeschnitten, wenn die Union sich beim Thema Grundrente bewegen und der SPD zustimmen würde. "Das wäre für viele Menschen, insbesondere in Ostdeutschland ein klares Signal, dass der Staat für sie da ist. Dann werden solche Rechtsaußen-Parteien auch nicht gewählt", so Kohnen weiter.

Der bayerische SPD-Generalsekretär Uli Grötsch sprach im Bayerischen Rundfunk von einem "schmerzlichen" Ergebnis für seine Partei: "Wir als SPD haben wieder herb verloren, aber es ist eine Krise der Volksparteien. Das muss allen, die in den Volksparteien aktiv sind, zu denken geben.“

© Bayerischer Rundfunk

Die Vorsitzende der BayernSPD, Natascha Kohnen, äußert sich zum Ausgang der Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen.

Katharina Schulze spricht von phänomenalem Ergebnis für Grüne

Die bayerische Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze sagte im Bayerischen Rundfunk, dass zwei Herzen in ihrer Brust schlügen.

"Ich freue mich total über das phänomenale Ergebnis der Grünen in Sachsen und in Brandenburg. Noch nie haben dort so viele Menschen grün gewählt. Auf der anderen Seite bin ich schockiert über das Ergebnis: Die rechtsrexteme Partei AfD ist in beiden Ländern sehr stark geworden. Ich hoffe, dass alle demokratischen Parteien eine klare Kante ziehen." Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der bayerischen Grünen

Aiwanger: Wer AfD wählt, wird links regiert

Freien Wähler-Chef Hubert Aiwanger zeigte sich erfreut über das Abschneiden seiner Parteifreunde in Brandenburg, wo die BVB/FW auf fünf Prozent der Stimmen und drei Mandate kommt. Im Bayerischen Rundfunk (B5 aktuell) führte er den Erfolg vor allem auf die Bürgernähe seiner Partei zurück: "Themen wie in Bayern – das hat funktioniert!" Er nannte die Abschaffung der Straßenausbau-Beiträge und das schnelle Internet im ländlichen Raum.

Zum Sachsen-Ergebnis - dort verfehlten die Freien Wähler den Einzug in den Landtag - sagte der Niederbayer, die starke AfD führe zur Regierungsbeteiligung der Grünen. "Wer AfD wählt, wird links regiert, wer Freie Wähler wählt, ermöglicht Koalitionen der Mitte", so Aiwanger.

Martin Hagen: Bitterer Wahlabend für die FDP

Der bayerische FDP-Fraktionsvorsitzende Martin Hagen sprach auf Twitter von einem "bitteren Wahlabend. Nicht nur für meine Partei".

Von der bayerischen AfD äußerte sich am Wahlabend kein Spitzenpolitiker. Auf der Facebook-Seite der AfD Bayern hieß es lediglich: "Herzliche Glückwünsche nach Brandenburg und Sachsen zu diesen tollen Ergebnissen!"