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AKW Grafenrheinfeld

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    CSU gegen Transport von Atommüll nach Grafenrheinfeld

    Nach dem Protest der Grünen kritisiert nun auch die CSU den angedachten Transport radioaktiven Mülls nach Grafenrheinfeld im Landkreis Schweinfurt. Der Abfall stammt aus dem Abriss des ehemaligen Atomkraftwerks Würgassen in Nordrhein-Westfalen.

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    Von
    • Norbert Steiche
    • BR24 Redaktion

    Nach dem Protest des Grünen-Landtagsabgeordneten Paul Knoblach aus Garstadt fordern nun auch die CSU-Kreisverbände Schweinfurt Stadt und Land, dass kein Müll aus dem Abriss des ehemaligen Atomkraftwerks Würgassen in Nordrhein-Westfalen in ein Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle am ehemaligen AKW Grafenrheinfeld im Landkreis Schweinfurt transportiert wird.

    Vorwurf: Transport des Atommülls unnötig weit

    "Es ist nicht nachvollziehbar, warum dieser Atommüll ausgerechnet nach Grafenrheinfeld und damit über 260 Kilometer durch Deutschland transportiert werden soll. Vor allem da die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlager BGZ mehrere gleichwertige Zwischenlager in ganz Deutschland betreibt, wie das in Grohnde, welches nur 61 Kilometer vom Kernkraftwerk Würggassen entfernt ist", heißt es in einer Mitteilung der CSU. Auch die Lager in Emsland und Ahaus seien deutlich näher gelegen als das Lager am AKW Grafenrheinfeld.

    Genehmigung für Lagerung in Grafenrheinfeld erteilt

    Eigentlich wollte PreussenElektra die ersten Abfälle im zentralen Zwischenlager in Ahaus einlagern. "Die verlängerte Betriebsgenehmigung ist dort jedoch leider beklagt, so dass wir die Abfälle möglicherweise nach Grafenrheinfeld bringen müssen", schrieb die Pressesprecherin von PreussenElektra an den BR. Wie PreussenElektra dem BR im November mitteilte, wurde genehmigt, dass in der sogenannten rund 100 Meter langen Bereitstellungshalle am Standort Grafenrheinfeld schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus anderen Standorten der PreussenElektra eingelagert werden dürfen. "Diese dürfen maximal 20 Prozent des gesamten Einlagerungsvolumens von 6.000 Kubikmeter betragen, und die Einlagerungsdauer ist auf zehn Jahre ab erster Einladung begrenzt", hießt es von PreussenElektra.

    3.000 Fässer Atommüll in Würgassen warten auf Abtransport

    Laut dem Unternehmen wurde in Würgassen begonnen, schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus dem dort bestehenden Zwischenlager UNS auszulagern. Das bedeute, dass Abfälle aus dem Zwischenlager innerhalb des Kraftwerks in ein dafür umgebautes Werkstattgebäude zum Transport bereitgestellt worden seien. Dazu hieß es vom PreussenElektra: "Wir haben den nuklearen Rückbau des Kraftwerks Würgassen 2014 abgeschlossen. Die Gebäude sind leergeräumt und stehen zum Abriss bereit. Hochradioaktive Brennelemente wurden am Standort Würgassen nie eingelagert. In einem Gebäudeteil innerhalb des Kraftwerks, dem sogenannten UNS-Zwischenlager, lagern noch rund 3.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus dem Rückbau der Anlage. Es ist nun der nächste logische Schritt, diese Abfälle auszulagern und den Gebäudeteil zu räumen, damit auch er auf den Abriss vorbereitet werden kann. (...) Diese Abfälle müssen in externe Zwischenlager verbracht werden, da die Genehmigung des UNS-Zwischenlagers im Jahr 2033 endet und mit den anderen Gebäudeteilen abgerissen werden soll."

    Keine Lagerkapazitäten in Würgassen

    Der Grund, warum schwach- und mittelradioaktive Abfälle nach Grafenrheinfeld in die Bereitstellungshalle gebracht werden könnten, liegt laut PreussenElektra darin, dass die Standort- und Transportbereitstellungshalle in Würgassen zu fast 100 Prozent mit "Abfallgebinden" gefüllt ist: "Damit stehen uns am Standort keine weiteren Zwischenlagerkapazitäten und kein Endlager für eine direkte Einlagerung zur Verfügung. Für die Aufnahme der Abfälle kommen mehrere Zwischenlager in Betracht, dazu gehört auch die Bereitstellungshalle in Grafenrheinfeld." Der Grünen-Landtagsabgeordnete Paul Knoblach bezweifelt, dass Müll aus Würgassen tatsächlich maximal zehn Jahre in Grafenrheinfeld bleibt, "weil wir nicht wissen, ob Schacht Konrad bei Salzgitter ab 2027 als Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll zu Verfügung steht".

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