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Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern neben Katharina Schulze
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Eva Huber
Lorenz Storch
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Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern neben Katharina Schulze

CSU und Grüne haben länger miteinander gesprochen als vorgesehen – mit fast einer Stunde Verspätung treten die Verhandlungsführer vor die Presse, setzen ein Pokerface auf und tauschen Höflichkeiten aus. Für Ministerpräsident Markus Söder (CSU) war der heutige Tag "im Rückblick ein sehr wichtiger, weil man gemerkt hat, dass alle Interesse an einem stabilen Bayern haben." Zwar setze jede Partei unterschiedliche Akzente, es gebe aber so manches Gemeinsames.

Man sei bereits tief in die Themen eingestiegen, resümierte Ludwig Hartmann von den Grünen. Es sei "wahnsinnig freundlich" gewesen und "sachlich sehr intensiv". Neben den Gemeinsamkeiten gäbe es aber auch noch "gewaltige Schwierigkeiten", so Hartmann. "Selbst bei dem klassischen grünen Umweltthema hat man schon gemerkt, dass da durchaus gewisse Gräben zu überwinden wären."

Nächste Schritte der Sondierung wird am Donnerstag abgestimmt

Ob es mit Schwarz-Grün etwas werden kann, darauf wollten sich vorerst weder Markus Söder noch die Grüne Katharina Schulze festlegen. Die CSU will sich morgen entscheiden, welchen Weg sie weitergehen will. Das soll in einer Telefonkonferenz mit dem CSU-Präsidium beschlossen werden. Auch die Grünen wollen das Gespräch erstmal Revue passieren lassen und in ihren Gremien darüber beraten.

Wunschpartner für Koalitionsverhandlungen dürften aber weiterhin die Freien Wähler sein, die auch aus dem konservativen Lager stammen und der CSU damit deutlich näherstehen. Vor dem Gespräch mit den Grünen hatte sich die CSU am Vormittag bereits mit ihnen getroffen.

Hubert Aiwanger (FW) und Markus Söder (CSU)

Hubert Aiwanger (FW) und Markus Söder (CSU)

CSU und Freie Wähler sprechen von "angenehmer Atmosphäre"

Freie Wähler Chef Hubert Aiwanger arbeitet auf eine Regierungsbeteiligung mit der CSU hin, seit er vor zehn Jahren in den Landtag einzog. Nach der dreistündigen Sondierung mit der CSU-Delegation war er direkt begeistert.

"Danke auch an die CSU für den respektvollen Umgang. Es war eine angenehme Atmosphäre von der ersten Minute an." Freie Wähler Chef Hubert Aiwanger

Aiwanger sieht keine K.O.-Kriterien

Aus Aiwangers Sicht wurde jetzt genug sondiert. Er sei sich sicher, dass man zu einem Ergebnis kommen könne. Er will ab Freitag "die Themen detailliert anpacken." Zwar gebe es noch Diskussionsbedarf, aber keine echten K.O.-Kriterien, so Aiwanger. Bekannte Knackpunkte sind die Dritte Startbahn am Münchener Flughafen und die Stromtrassen durch Bayern – die Freien Wähler wollen beides verhindern. Außerdem wollen sie das von der CSU-Staatsregierung gerade eingeführte Familiengeld durch kostenlose Kitas ersetzen. Öffentlich hat diese Themen nach der Sondierung jedoch niemand angesprochen.

Söder will Ergebnisse - keine Balkonbilder

CSU-Ministerpräsident Markus Söder weiß schon, wie er sich weitere Treffen vorstellt. Die Verhandlungen sollten "konzentriert, sachlich und ergebnisorientiert" sein.

"Wir wollen anders als es bei Koalitionsverhandlungen zum Beispiel auf Bundesebenen war, in Bayern keine ständigen Balkonbilder produzieren, keine ständigen Zwischenergebnisse machen." Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

Dass die Freien Wähler in die Regierung wollen, ist jetzt schon klar. Die Grünen dagegen müssten erst ihren Parteitag am Wochenende konsultieren. Die CSU will bis Donnerstagmittag entscheiden, mit welchem Partner sie weitersprechen will.

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