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CSU-Chef: Söder will Seehofer beerben | BR24

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Seit Wochen lief alles auf seine Person zu, jetzt ist es offiziell: Nach dem Rückzug von Horst Seehofer von der Spitze der CSU wirft Ministerpräsident Söder seinen Hut in den Ring. Seine Wahl ist wohl nur noch eine Formsache.

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CSU-Chef: Söder will Seehofer beerben

Seit Wochen lief es auf ihn zu, jetzt ist es offiziell: Markus Söder will neuer CSU-Chef werden. Seine Wahl ist quasi Formsache - obwohl ein Wahlverlierer den Job von einem anderen Wahlverlierer übernimmt.

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Lange hat es nicht gedauert. Am Freitag hat Horst Seehofer seinen Rückzug als CSU-Parteichef angekündigt. Keine 48 Stunden später erklärte Seehofers Erz-Rivale Markus Söder seine Kandidatur für das Amt. Der Deutschen Presse-Agentur teilte der bayerische Ministerpräsident mit:

"Nach reiflicher Überlegung und dem Wunsch vieler Mitglieder entsprechend bin ich bereit, mich in den Dienst der Partei zu stellen. Deshalb bewerbe ich mich um das Amt des Parteivorsitzenden der CSU." Markus Söder zur Deutschen Presse-Agentur

Söder will sich in einer Pressekonferenz am Montag um 12.30 Uhr zu seiner Kandidatur für den Parteivorsitz erklären.

Zuvor hatte es aus der CSU eine Menge Rufe nach Söder gegeben. Fast alle CSU-Bezirksverbände, viele Minister und auch CSU-Bundespolitiker hatten Söder aufgefordert, den Chefposten zu übernehmen. Der Tenor: Das Amt des Ministerpräsidenten und das des Parteivorsitzenden müsse wieder in einer Hand vereint werden. Das habe sich bei der CSU bewährt.

Sonderparteitag soll den Neuanfang markieren

Als einer der ersten hatte der Oberpfälzer CSU-Bezirkschef und Finanzminister Albert Füracker seinen Parteifreund und Vertrauten zur Kandidatur aufgerufen. Für Füracker steht fest: Die von Seehofer angekündigte Erneuerung der Partei im nächsten Jahr ist dringend notwendig. Der Startschuss für den Neuanfang soll auf einem Sonderparteitag am 19. Januar gegeben werden. Dann wird der neue CSU-Chef gewählt. Doch kann Söder, der die Niederlage bei der Landtagswahl als CSU-Spitzenkandidat mitverantwortet hat, überhaupt der Mann der großen Erneuerung sein?

Freude bei Füracker und Kreuzer - Zurückhaltung bei Stamm

Für seinen Parteifreund Füracker steht das nicht in Frage:

"Das muss gut koordiniert und strukturiert sein, und Markus Söder ist als Ministerpräsident prädestiniert, auch in der Partei in der Spitzenposition zu wirken" Albert Füracker

Auch der CSU-Fraktionschef im bayerischen Landtag, Thomas Kreuzer, hat keinen Zweifel daran, dass Söder der richtige Mann für den Chefposten wäre:

"Nach meiner festen Überzeugung hat Markus Söder alles getan, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Er hat sich ungeheuer eingesetzt. Man kann ihm nicht die Verantwortung für das Wahlergebnis zuschieben." Thomas Kreuzer

Außerdem habe Söder das entsprechende politische Gewicht für den Job. Und er sei rein altersmäßig mit seinen 51 Jahren in jedem Fall eine Erneuerung.

Die frühere Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die wegen der massiven Stimmenverluste der CSU bei der Landtagswahl den Einzug ins Maximilianeum verpasst hat, äußerte sich zurückhaltender zu Söders Kandidatur. Nachdem sich Söder und Weber geeinigt haben, sei das die beste Lösung, so Stamm.

Söder ist bisher der einzige Kandidat

Die Chancen für Söder, am 19. Januar von den Parteitags-Delegierten zum CSU-Chef gewählt zu werden, stehen gut. Bislang bewirbt sich nur Söder um den Posten. Als einziger ernstzunehmender Kontrahent galt der Europapolitiker Manfred Weber. Doch der hatte am Samstag bekannt gegeben, nicht für das Amt zur Verfügung zu stehen.

Zuvor hatte bereits Landesgruppen-Chef Alexander Dobrindt mitgeteilt, dass er seinen Hut nicht in den Ring werfen möchte. Auch er forderte von seiner Partei nun, in die Zukunft zu schauen und nicht zurück. Ähnlich äußerte sich Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Dass nun mit der Kandidatur Söders für den Parteivorsitz Klarheit herrsche, begrüße sie, so Aigner.

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Finanzminister und CSU-Bezirkschef Albert Füracker begrüßt die Absicht von Ministerpräsident Markus Söder, CSU-Chef werden zu wollen.

Aiwanger: Mehr Durchschlagskraft mit Söder

Zufrieden reagierte auch der Koalitionspartner in Bayern, die Freien Wähler. Der stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger geht davon aus, dass es der schwarz-orangen Koalition zu Gute kommt, sollte Söder im Januar die Nachfolge von Seehofer als Parteichef antreten. Für die Koalition erwartet Aiwanger mehr Durchschlagskraft. Schließlich müsse Söder dann nicht mehr auf einen Parteivorsitzenden Rücksicht nehmen, sondern könne die Themen direkt in Berlin anbringen.

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In den vergangenen Monaten hat Bayerns Ministerpräsident Söder die Große Koalition immer wieder scharf kritisiert. Sollte er nun CSU-Chef werden, müsste er der Zustand der Bundesregierung selbst verbessern, erklärt BR-Reporter Julian von Löwis.

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Von
  • Regina Kirschner
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