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CSU bläst zum Duell: Söder-Habeck am politischen Aschermittwoch | BR24

© dpa/pa/Peter Kneffel; Andreas Gebert

Söder und Habeck

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    CSU bläst zum Duell: Söder-Habeck am politischen Aschermittwoch

    "Klare Kante" von Söder gegen den "Wanderprediger" Habeck, "bürgerliche Politik" gegen "Ökosozialismus" - schon Tage vor dem politischen Aschermittwoch hat die CSU das "Duell" mit den Grünen eröffnet. Doch auch deren Landeschef kann austeilen.

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    Zum politischen Aschermittwoch reist heute viel politische Prominenz nach Niederbayern. Und obwohl traditionell alle im Landtag vertretenden Parteien plus Linke, ÖDP und Bayernpartei zu Kundgebungen zwischen Landshut und Passau eingeladen haben, konzentrieren sich die rhetorischen Spitzen der CSU in diesen Tagen auf die Grünen: Die CSU stilisiert den politischen Aschermittwoch zu einem "Duell" - zwischen ihrem eigenen Parteichef Söder und dem Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck.

    CSU-Generalsekretär Blume legt vor

    Eröffnet hat dieses Fernduell schon am Montag vergangene Woche CSU-Generalsekretär Markus Blume. Nach der Vorstandssitzung seiner Partei schwärmte er einmal mehr vom "weltgrößten" Stammtisch "mit gefühlt 10.000 Zuhörern und Mitfiebernden" in Passau und versprach "eine ganz klare politische Auseinandersetzung".

    Die CSU mit ihrem Hauptredner Markus Söder werde "klare Kante" zeigen und "bürgerliche Politik" formulieren, kündigte der Generalsekretär an. "Wir sind gespannt, was wir in Landshut hören werden, wo die Grünen zu Gast sind und möglicherweise Robert Habeck eine philosophische Lehrstunde in Ökosozialismus gibt", stichelte Blume gegen den Grünen-Chef.

    Söder, Habeck und der Dreitagebart

    Eine Kostprobe des Duells Söder-Habeck gab es schon beim vorigen politischen Aschermittwoch - obwohl die bayerischen Grünen im vergangenen Jahr die Co-Parteivorsitzende Annalena Baerbock in Landshut zu Gast hatten, während Habeck nach Biberach in Baden-Württemberg reiste. Söder sorgte damals für einigen Wirbel, als er zur CSU-Kundgebung in Passau mit Dreitagebart erschien - der ja als ein optisches Markenzeichen Habecks gilt. Der CSU-Chef ging in seiner Rede selbst darauf ein und spottete: "So lässig wie der sind wir schon lange, bloß wächst bei uns mehr, liebe Freunde, das ist der Unterschied."

    CSU-Chef sieht Grüne als Hauptgegner

    Angesichts des Höhenflugs der Grünen bei Wahlen und in Umfragen hat Söder Habecks Partei längst zum neuen Hauptgegner der CSU und der gesamten Union ausgerufen. Während CSU-Vize Manfred Weber wiederholt Schwarz-Grün zum Zukunftsmodell im Bund erklärt hat, betont Söder lieber das Trennende. "Die Grünen haben im Moment ein linkes Programm: Enteignungen, Schulden, Steuererhöhungen, Verbote von Straßenbau und die Bekämpfung des Autos", sagte er kürzlich der "Augsburger Allgemeinen". Und er ließ noch eine Spitze gegen Habeck folgen: "Er erscheint mir momentan eher wie ein politischer Wanderprediger als ein strategisch agierender Parteivorsitzender."

    Mehrfach warnte Söder die Union in den vergangenen Tagen davor, die Grünen könnten bei der nächsten Bundestagswahl CDU und CSU überflügeln. Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz konnte der CSU-Chef beobachten, dass offenbar auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron einen grünen Bundeskanzler für möglich hält: In der bayerischen Landeshauptstadt traf sich Macron mit Habeck und Baerbock zu einem dreistündigen Abendessen. Söders Gespräch mit dem französischen Präsidenten am folgenden Tag soll ungleich kürzer ausgefallen sein.

    Grünen-Landeschef stichelt zurück

    Aber auch die bayerischen Grünen zeigen vor dem Aschermittwoch, dass sie gegen den politischen Gegner austeilen können. "Wer den besten Phrasendrescher hören will, ist am Mittwoch vermutlich in der Passauer Dreiländerhalle ganz gut aufgehoben", spottete Bayerns Grünen-Landeschef Eike Hallitzky in Richtung CSU. "Wer Inhalte und Impulse für die Zukunft sucht, kommt sicher zu Robert Habeck und den Grünen nach Landshut."

    Rund 120 Kilometer liegen zwischen den Veranstaltungsorten der CSU und der Grünen am Aschermittwoch. Unabhängig vom Fernduell mit Habeck - politische Auseinandersetzungen können die Christsozialen auch direkt vor den Toren der Passauer Dreiländerhalle führen: Klima-Aktivisten wollen dort unter dem Motto "Wir wettern mit" gegen die Klimapolitik der CSU und der Bundesregierung demonstrieren, beim "politischen Aschermittwoch for Future". In den sozialen Medien machen sie schon kräftig Stimmung gegen die Christsozialen. Mit Slogans wie: "Saufen kann jeder, Klimaschutz anscheinend nicht."

    © dpa/pa/Sven Hoppe; Andreas Gebert

    Söder (li) und Habeck (re)

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