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CSD zu Zeiten von Corona: 50 Infostände statt Parade in München | BR24

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Heuer ist der Christopher Street Day nicht so bunt wie auf diesem Bild. Keine Partys, keine bunte Parade quer durch München - dafür aber ein Livestream, der 18 Stunden lang von allen Aktionen berichtet.

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CSD zu Zeiten von Corona: 50 Infostände statt Parade in München

Wegen Corona lief der Christopher Street Day in München am Samstag anders ab als sonst: Heuer gab es statt Party einen Livestream mit Gesprächen und Livemusik sowie zahlreiche kleine Demos und Infostände in der Innenstadt.

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Die Münchner Prideweek hat am gestrigen Christopher Street Day (CSD) ihren Höhepunkt erreicht. Wegen der Corona-Krise fiel die traditionelle Parade durch die Innenstadt jedoch aus. Stattdessen waren im Zentrum von München knapp 50 Demo-Spots, Stände unterschiedlicher Aktionsgruppen, aufgebaut: zum Beispiel von den Queer-Gruppen verschiedener Parteien, Jugendorganisationen wie JungeSMünchen & queerSpiel und von vielen in München ansässigen Firmen. Unter dem Motto "Gegen Hass. Bunt, gemeinsam, stark" machten Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender auf ihre Anliegen aufmerksam.

18 Stunden Livestream

Parallel dazu wurde ab 12 Uhr ein Livestream im Internet ausgestrahlt, der 18 Stunden dauern sollte. In einem TV-Studio wurden Interviews mit Aktivisten geführt und in die Innenstadt zu den Demo-Spots geschaltet. Sänger*innen und Drag-Queens hatten Auftritte.

© BR/David Herting

Aufnahme aus dem TV-Studio in München.

Motto: "Gegen Hass. Bunt, gemeinsam, stark"

Die Münchner Organisatoren sprechen von einem stillen Christopher Street Day in diesem Jahr. Man besinne sich auf die Kernidee zurück, auf den Kampf für Respekt und gegen Hass in der Gesellschaft, sagt Pressereferent Conrad Breyer. Das Motto in diesem Jahr "Gegen Hass. Bunt, gemeinsam, stark" werde in der Community sehr ernst genommen.

Solidarisch gegen Antisemitismus

Das Thema, das derzeit am meisten virulent sei, sei der spürbare Anstieg homophober Gewalt durch den Rechtsruck in der Gesellschaft, so Breyer. Menschen der LBGTI*-Community würden inzwischen häufiger beschimpft und beleidigt. Die Menschen würden definitiv mehr aussprechen, was sie früher nur gedacht haben, so Breyer weiter. Man habe sich in diesem Jahr dafür entschieden, "Shalom - gemeinsam gegen Hass" als Unterslogan mitaufzunehmen, um sich in einer Zeit des wachsenden Antisemitismus solidarisch zu erklären.

In Nürnberg wird es zum CSD erst in der nächsten Woche Aktionen geben.

© BR/David Herting

CSD: Regenbogenfahnen am Münchner Rathaus.

© BR/David Herting

Gegen Hass: 18 Stunden Livestream im Internet sollen aus einem Münchner Studio gesendet werden.

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Auf dem Münchner Marienplatz: CSD-Gäste aus der Ukraine.

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50 Stände zum CSD gibt es in der Münchner Innenstadt.

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An den Ständen wird demonstriert,...

© BR/David Herting

...aber auch Infomaterial verteilt.

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