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Crew der Alan Kurdi rettet 133 Menschen aus drei Booten | BR24

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Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" der Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye hat am Samstag wieder Menschen aus drei Booten vor der libyschen Küste aufgenommen. Alle 133 Personen sind nun auf der Alan Kurdi.

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Crew der Alan Kurdi rettet 133 Menschen aus drei Booten

Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" der Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye hat am Samstag wieder Menschen aus drei Booten vor der libyschen Küste aufgenommen. Alle 133 Personen, darunter auch viele Frauen und Kinder, werden nun an Bord betreut.

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Wie die Regensburger Hilfsorganisation Sea Eye mitteilt, hat ihr Rettungsschiff "Alan Kurdi" am Samstag 133 Menschen vor der lybischen Küste gerettet.

Zahlreiche Seenotfälle in internationalen Gewässern

Zunächst sichtete die Crew ein überladenes Schlauchboot mit 90 Menschen. Kapitän Joachim Ebeling informierte umgehend die deutschen und die libyschen Behörden. Die Menschen auf dem Schlauchboot berichteten über weitere Boote mit Menschen, die aus Libyen geflohen seien.

Tatsächlich sichtete die Wache unmittelbar nach der ersten Rettung ein kleineres Fischerboot mit 24 Menschen, die um Hilfe riefen, hieß es. Nach Einbruch der Nacht fand die Crew ein weiteres Holzboot mit 19 Menschen. Weder die libyschen Behörden, noch die europäischen Rettungsleitstellen hätten auf die Notfallmeldungen der Alan Kurdi reagiert.

Helfer beklagen Gleichgültigkeit

Inzwischen habe man jede Kommunikation mit Hilfsorganisationen eingestellt und in Europa sehe sich niemand mehr für diese Menschen zuständig, sagt Jan Ribbeck aus der Einsatzleitung von Sea-Eye. Sie würden den Libyern oder dem Meer ausgeliefert.

"Aus Angst davor, von libyschen Milizen zurückverschleppt zu werden, hatten diese Menschen keinen Notruf abgesetzt. Damit gingen sie ein sehr hohes Risiko ein und hatten unwahrscheinliches Glück, dass die Wache sie mit dem Fernglas sehen konnte", sagt Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye.

Besatzung befürchtet Blockade

Wer die Flüchtlinge aufnimmt ist derzeit noch unklar. Die Alan Kurdi habe inzwischen Lampedusa erreicht. "Dort haben wir Italien um einen sicheren Hafen gebeten und baten darum, wenigstens die Familien und die Minderjährigen unverzüglich zu evakuieren“, sagt Isler

Sea-Eye befürchtet eine weitere Blockade, denn zuvor wurde das spanische Rettungsschiff Open Arms mehr als sieben Tage mit rund 270 Menschen blockiert.

Sea-Eye unterzeichnet Kaufvertrag für Rettungsschiff Ghalib Kurdi

Am Donnerstagabend unterzeichnete Sea-Eye nun den Kaufvertrag für das neue, größere Rettungsschiff, das den Namen "Ghalib Kurdi" tragen wird. Ghalib Kurdi war der zwei Jahre ältere Bruder von Alan Kurdi, der ebenfalls bei seinem Fluchtversuch zusammen mit seiner Mutter Rehanna ertrank und tot am Strand aufgefunden wurde.

© Sea Eye

Bootsflüchtlinge an Bord der Alan Kurdi

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