BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Covid-19-Spätfolgen: Wie ein 29-Jähriger um die Genesung kämpft | BR24

© BR

Florian Lanz hatte es schwer erwischt: Fast zwei Wochen lag der 29-Jährige wegen einer Covid-19-Infektion im künstlichen Koma. Ein halbes Jahr nach seiner Erkrankung kämpft er noch immer mit den Folgen. Hilfe bekommt er in der Rangauklinik Ansbach.

38
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Covid-19-Spätfolgen: Wie ein 29-Jähriger um die Genesung kämpft

Florian Lanz hatte es schwer erwischt: Fast zwei Wochen lag der 29-Jährige wegen einer Covid-19-Infektion im künstlichen Koma. Ein halbes Jahr nach seiner Erkrankung kämpft er noch immer mit den Folgen. Hilfe bekommt er in der Rangauklinik Ansbach.

38
Per Mail sharen

Gewichte, Zugleitungen, Hanteln: im Therapieraum der Rangauklinik Ansbach muss Florian Lanz hart arbeiten. Zirkeltraining wie im Fitnessstudio. Das Ziel: Muskelaufbau. Nach einer schweren Covid-19-Infektion kämpft er sich wieder zurück ins Leben. Ein halbes Jahr nach seiner Erkrankung ist er noch immer nicht vollends hergestellt. 13 Tage war Florian Lanz im April im künstlichen Koma, musste beatmet werden.

"Ich hab während der Zeit 14 Kilo verloren, fast 100 Prozent waren reine Muskelmasse, und das hat man dann auch nach dem Koma gespürt." Florian Lanz

Gleich nach dem Koma habe er Physiotherapie auf der Intensivstation bekommen, aber beim Aufstehen ist er schon wieder zusammengefallen. Er konnte nicht gehen und nicht reden.

Atemübungen bei Corona-Spätfolgen

Vier Wochen Reha hat Florian Lanz hinter sich. Seine Lungenfunktion hat sich von 60 auf gut 100 Prozent gesteigert. Trotzdem muss er zuhause weiter spezielle Atemübungen machen. Einen Platz in der Spezialklinik zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Die sind knapp, wegen der Corona-Hygiene-Beschränkungen wurden Therapiegruppen und Rehaplätze noch zusätzlich reduziert.

© BR-Studio Franken/Strerath

In der Rangauklinik in Ansbach werden Patientinnen und Patienten mit Covid-19-Spätfolgen wieder fit für den Alltag gemacht.

Bisher 50 Patienten mit Covid-19-Spätfolgen bei Reha in Ansbach

In Lungenfachkliniken, wie der Rangauklinik Ansbach, wird Patienten geholfen, die noch Monate nach der Covid-19-Infektion mit den Spätfolgen kämpfen. Es sind Patienten wie Florian Lanz, die über längere Zeit beatmet werden mussten. Die Spezialklinik macht die Patienten wieder fit für den Alltag. Mit Reha-Maßnahmen, die sonst zum Beispiel bei Tuberkulose oder Krebserkrankungen zum Einsatz kommen.

Seit einem halben Jahr sind auch Patienten und Patientinnen mit schweren Covid-19 Erkrankungen dabei. 50 Patienten wurden in dieser Zeit bisher mit Corona-Spätfolgen in Ansbach behandelt, sagt Dr. Thomas Fink, der Chefarzt der Rangauklinik.

"Natürlich sind die Folgen der Erkrankungen auch Folgen der Intensivbehandlungen, wie wir das bei anderen Infektionserkrankungen, oder Situationen, bei denen Menschen beatmet werden müssen, erleben." Dr. Thomas Fink, der Chefarzt der Rangauklinik

Neurologische Folgen nach durchgemachter Covid-19-Infektion

Dennoch sei auffällig, dass die Covid-Patienten zum Teil sehr lange unter den Folgen leiden, sodass ein Patient wie Florian Lanz mit 29 Jahren immer noch eine körperliche Einschränkung und neurologische Folgen spürt, so Dr. Fink.

Doch damit will sich Florian Lanz nicht abfinden. Er hat auch schon vor der Rehamaßnahme zuhause trainiert, mit Waldläufen oder im Fitnessstudio. In der Reha mit Anleitung kann er gezielter wieder Muskulatur aufbauen. Noch immer hat er Handicaps. So fehlt etwa die Muskulatur seiner rechten Hand noch zu großen Teilen. Da ist weiter Ergo- und Physiotherapie angesagt.

Corona-Ansteckungswege bis heute unbekannt

Dass ihn das Virus im kleinen Ort im Landkreis Tirschenreuth erwischt, hätte er nicht für möglich gehalten. Bei den Bierfesten in der Region war er damals nicht dabei. Wo er sich angesteckt haben könnte, weiß er bis heute nicht. Vor seiner Erkrankung war der Oberpfälzer Sportler durch und durch, fuhr regelmäßig mit dem Mountainbike und spielte in der Kreisliga Fußball.

Der Oberpfälzer ist ehrgeizig. im Beruf will er die nächsten Tage wieder voll einsteigen, er ist Produktionsleiter und Chef von 50 Beschäftigten in seiner Abteilung. Und dann ist da auch noch der Sport

"Ich bin halt einfach durch und durch Fußballer, meine größte Sorge war, dass ich nicht mehr Fußballspielen kann." Florian Lanz

Für nächste Woche sei aber schon einmal ein Fußballtraining angesetzt.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!