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Coronavirus: Würzburger Tropenmediziner warnt vor Panik | BR24

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Prof. August Stich ist Chefarzt der Tropenmedizin an der Missioklinik in Würzburg. Der Mediziner hat Fragen zu den aktuellen Corona-Fällen beantwortet und vor Hysterie gewarnt.

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Coronavirus: Würzburger Tropenmediziner warnt vor Panik

Anrufe, Besuche vor Ort – und immer wieder die Sorge, sich womöglich angesteckt zu haben. In der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg häufen sich Anfragen wegen des neuartigen Coronavirus. Deren Chefarzt rät zur Besonnenheit.

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Die einen waren zum Skifahren in den Alpen, andere kommen gerade aus Italien. Seitdem sich das neuartige Coronavirus in Europa ausbreitet, melden sich in der Tropenmedizinischen Klinik in Würzburg immer mehr besorgte Bürger. Einige kommen persönlich vorbei, andere melden sich telefonisch. "In den allermeisten Fällen völlig unbegründet", sagt Chefarzt August Stich.

Viele Verdachtsfälle sind gewöhnliche Erkältungen

Das neuartige Coronavirus hat an Dynamik gewonnen und würde sich weiter ausbreiten, sagt Stich. Aber: Panikreaktionen hält er für unangebracht. Viele Personen, die sich momentan bei ihm und seinem Team melden, hätten gewöhnliche Erkältungserkrankungen. Schwere oder gar tödliche Verläufe seien beim Coronavirus möglich, es würde sich darin jedoch nicht von bekannteren Erkrankungen wie der Influenza unterscheiden. "Wir haben es hier nicht mit einem Killervirus zu tun, das uns alle auslöscht."

Erste Engpässe bei Desinfektionsmitteln

Unterdessen wirkt sich das Virus auch bei vielen Apotheken aus. Atemschutzmasken sind vielerorts schon seit mehreren Wochen vergriffen. Wie lange noch, das sei kaum absehbar, sagt Sabine Supik, Leiterin der Schweinfurter Rossmarkt Apotheke. Selbst die Großhändler hätten dazu derzeit keine näheren Informationen.

Auch bei einzelnen Handdesinfektionsmitteln gebe es bereits Lieferschwierigkeiten. Diese betreffen derzeit allerdings nur einzelne Hersteller. "Es gibt auf jeden Fall immer noch ausreichend Möglichkeiten Ware zu beschaffen", sagt Supik.

Bislang kein Coronafall in Franken

Tatsächlich sei die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass es auch in Franken demnächst erste Coronafälle geben könnte, sagt Tropenmediziner Stich. Ob jedoch einen oder mehrere, dazu kann er nur mutmaßen: "Wir wissen nur um die Möglichkeit der Ausbreitung – und um die Notwendigkeit uns darauf vorzubereiten."

Dass auch in Deutschland irgendwann ganze Städte abgeriegelt werden könnten, hält Stich aktuell für ebenso unwahrscheinlich. Für den Moment bleibe die Strategie wie gehabt: tatsächlich erkrankte Patienten frühzeitig isolieren und deren Kontaktpersonen überprüfen. Auf diesem Weg ließe sich sich eine Weiterverbreitung normalerweise gut verhindern.

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Anrufe, Besuche vor Ort - und immer wieder die Sorge, sich womöglich angesteckt zu haben. In der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg häufen sich Anfragen wegen des neuartigen Coronavirus. Deren Chefarzt rät zur Besonnenheit.

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Anrufe, Besuche vor Ort - und immer wieder die Sorge, sich womöglich angesteckt zu haben. In der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg häufen sich Anfragen wegen des neuartigen Coronavirus. Deren Chefarzt rät zur Besonnenheit.

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