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Coronavirus: Wiederverwendbare Kunststoffmasken aus Unterfranken | BR24

© Achim Winkelmann/BR-Mainfranken
Bildrechte: Achim Winkelmann/BR-Mainfranken

Drei Firmen aus dem Landkreis Main-Spessart haben sich zusammengetan und in Corona-Zeiten ein neues Produkt entwickelt. Bei ihrer wiederverwendbaren Maske aus leicht zu reinigendem Kunststoff muss nur ein kleines Stück Filterpad ausgewechselt werden.

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Coronavirus: Wiederverwendbare Kunststoffmasken aus Unterfranken

Eine Gesichtsmaske aus Kunststoff, die man wiederverwenden und leicht reinigen kann: Die haben jetzt drei Firmen aus dem Landkreis Main-Spessart entwickelt – eine Innovation in Zeiten des Coronavirus.

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Von
  • Achim Winkelmann
  • Corona-Pandemie: Aktuelle Informationen zur Lage in Unterfranken finden Sie hier.

In Corona-Zeiten haben sich drei Firmen aus dem Landkreis Main-Spessart zusammengetan, um ein neues Produkt zu entwickeln. Seit rund vier Wochen tüfteln sie an einer wiederverwendbaren Maske aus leicht zu reinigendem Kunststoff. Der Clou daran: Statt die ganze Maske reinigen zu müssen oder wegzuwerfen, wird nur ein kleines Stück Filterpad ausgewechselt.

Co-Produktion aus Gemünden

Thomas Niemann ist Geschäftsführer einer Firma, die auf Werkzeug- und Formenbau spezialisiert ist. Weil die Krise aufgrund der Corona-Pandemie auch auf seine Firma Auswirkungen hatte und gleichzeitig alle Welt nach Masken für Mund und Nase verlangt, kam dem Gemündener Ende März die Idee für die Kunststoffmasken. Gemeinsam mit Simon Gerlach, dem Leiter eines Kunststoffbetriebs, tüftelte er an einer Gesichtsmaske aus einem hautverträglichen, relativ weichen Kunststoff. Der Clou der Masken aus Gemünden: Statt die ganze Maske waschen zu müssen oder wegzuwerfen, wird jeweils nur ein kleines Stück Filterpad ausgewechselt. Die Lüftungsschlitze auf dem Deckel, den es bislang in drei Farben gibt, sind wie Sonnenstrahlen angeordnet.

Masken- und Vlies-Hersteller finden zusammen

Zuerst unternahmen Niemann und Gerlach Tests mit herkömmlichem Küchenrollen-Papier. Dann stieß Jürgen Bohn aus Obersinn dazu. Seine Firma ist spezialisiert auf Filtervliese und konnte die passenden rechteckigen Filter zuschneiden und liefern. Diese filtern auch winzigen Feinstaub aus der Atemluft – und eben auch das Coronavirus.

Fertigung könnte anlaufen – Nachfrage gering

Eine neu dafür entwickelte Maschine kann 10.000 Masken am Tag gießen, sagt Simon Gerlach. Allein die Nachfrage fehlt, räumt Thomas Niemann ein. Denn eine Werbung über das Internet sei wegen der vielen Betrüger unter den Maskenverkäufern derzeit äußerst schwierig. Auch von der Politik, die zur Produktion von Masken aufgerufen hatte, fühlen sich die unterfränkischen Unternehmer im Stich gelassen. Derzeit erhält man ihre Masken nur über ihre Internetseite Niemann-Gerlach und in einigen Apotheken der Region.

© Achim Winkelmann/BR-Mainfranken
Bildrechte: Achim Winkelmann/BR-Mainfranken

Produktion von wiederverwendbaren Kunststoffmasken in Gemünden

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