BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Coronavirus: Wie Freiwillige in Kliniken helfen | BR24

© BR

In der Coronakrise haben Menschen in Kliniken nachgefragt, ob und wie sie helfen können. Daraus ist zum Beispiel bei den Kliniken Südostbayern eine Plattform für die freiwilligen Helfer entstanden: "Ich will helfen" hilft Helfern helfen.

1
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Coronavirus: Wie Freiwillige in Kliniken helfen

In der Coronakrise haben Menschen in Kliniken nachgefragt, ob und wie sie helfen können. Daraus ist zum Beispiel bei den Kliniken Südostbayern eine Plattform für freiwillige Helfer entstanden – sie heißt "Ich will helfen".

1
Per Mail sharen

Die Plattform "Ich will helfen" bringt bei den Kliniken Südostbayern Freiwillige zusammen, mit oder ohne medizinischem Hintergrund, die sich in einem Krankenhaus engagieren möchten. Am Anfang meldeten sich sehr viele, jetzt ebbt der Zustrom langsam ab. Doch fast 300 Freiwillige haben sich in die Helfer-Liste eintragen lassen, was Rupert Übelherr, den Mitinitiator von "Ich will helfen" noch immer stark beeindruckt:

"Diese riesige Anzahl an Rückmeldungen und Angeboten hat uns nicht nur überrascht, sondern überwältigt. Wir haben knapp 40 Personen aus dieser Helferliste rekrutiert, das sind Ärzte, Pflegekräfte, medizinische Fachangestellte und dann auch eine kleinere Gruppe, die andere Qualifikationen haben." Rupert Übelherr, Mitinitiator von "Ich will helfen"

Freiwillige wollte nicht untätig daheim bleiben

Eine davon hatte mit Medizin beruflich noch nichts am Hut. Silke Schulte ist eigentlich Sekretärin bei einer Freilassinger Firma. Von ihrem Arbeitgeber ist sie seit einigen Wochen freigestellt. Doch anstatt einfach zuhause zu bleiben und abzuwarten, dass die Zeit vergeht, wollte sie sich engagieren. Das macht sie jetzt im Krankenhaus Bad Reichenhall. Am Einlass kontrolliert sie bei Besuchern und Mitarbeitern deren Körpertemperatur:

"Es ist eine sehr gute Erfahrung, weil man weiß, was die Menschen hier leisten. Ich persönlich denke, dass es mehr wert ist, persönlich aktiv zu werden, als auf dem Balkon zu stehen und zu klatschen." Silke Schulte

Auch Veronika Hauptenbuchner hatte sich bei den Kliniken Südostbayern gemeldet, einfach weil sie die Kliniken unterstützen wollte. Sie freut sich, dass die Menschen in dieser Notsituation so zusammenhalten und Hilfsbereitschaft zeigen.

Klinikchef: Beispielhafte Solidarität

Der Chef der Kliniken Uwe Gretscher ist von dem freiwilligen Helferportal, das eines der ersten in Bayern war, überzeugt. Er findet es "per se fantastisch und beispielhaft für die Solidarität, die man in solchen Situationen immer wieder sieht."

Die Kliniken Südostbayern haben die Coronafälle in ihren sechs Standorten in Traunstein, Trostberg, Ruhpolding, Berchtesgaden, Reichenhall und Freilassing durch das engagierte Personal und die Helfer gut im Griff. Aber man weiß ja nie, ob und wann eine neue Coronawelle kommt. Auch wenn die Menschen, die sich in eine Liste eintragen haben lassen, möglicherweise nicht mehr gebraucht werden, soll der Pool an Freiwilligen bestehen bleiben:

"Das war eine vorbeugende Maßnahme, man hat nicht gewusst, was kommt, es sind alle Zeichen sogar auf Sturm gestanden… von daher war das absolut richtig, und wir waren rechtzeitig dran, dass wir dann, wenn die Not da ist, das kann sich ja von einem Tag auf den anderen ändern, dass man nicht dann erst suchen muss, darum macht das jetzt Sinn, auf jeden Fall mal bis zum Sommer den Pool zu pflegen und aufrechtzuerhalten." Rupert Übelherr, Mitinitiator von "Ich will helfen"

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!