BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Coronavirus: Transparente Klarsichtmasken sind zulässig | BR24

© BR

Eine Maske tragen und trotzdem die Mimik nicht verlieren, das versprechen transparente Mund-Nasen-Masken. Laut bayerischem Gesundheitsministerium sind sie zur Eindämmung des Corona-Virus ab sofort zulässig, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen.

9
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Coronavirus: Transparente Klarsichtmasken sind zulässig

Eine Maske tragen und trotzdem die Mimik nicht verlieren, das versprechen transparente Mund-Nasen-Masken. Laut bayerischem Gesundheitsministerium sind sie zur Eindämmung des Corona-Virus ab sofort zulässig, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen.

9
Per Mail sharen

Ob im Umgang mit Restaurantbesuchern oder Hotelgästen, ob in der Kita oder im Gespräch mit Gehörgeschädigten, für viele ist es wichtig, die Mimik und Gestik des Gegenübers zu sehen. "Transparente Masken erleichtern hörbehinderten Menschen die Kommunikation", erklärt das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege auf BR-Anfrage.

Diese Masken können entweder vollständig aus transparentem Kunststoff hergestellt sein oder nur ein kleines Sichtfenster aus transparenter Folie in den Stoff eingenäht haben. Wichtig ist, dass sie den Hinweisen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) genügen, teilt das Ministerium mit.

Im Detail bedeutet das, dass die transparenten Masken, wie alle anderen sogenannten Community-Masken aus Stoff, "richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sind und an den Rändern möglichst eng anliegen, um das Vorbeiströmen von Luft an den Seiten zu minimieren", sagt das bayerische Gesundheitsministerium. Dies sei die Mindestanforderung.

Denn Mund-Nasen-Bedeckungen sollen die Verbreitung des Corona-Virus verringern. In bestimmten Situationen im öffentlichen Raum, zum Beispiel in Geschäften und bei der Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel sind sie laut Ministerium vorgeschrieben.

Aktuelle Nachrichten über Corona finden Sie hier.

Erleichterung der Kommunikation für Gehörgeschädigte

Werner Hagedorn vom Landesverband Bayern der Schwerhörigen und Ertaubten ist erleichtert, dass transparente Masken als Communitymasken gelten, wenn sie die Hinweise erfüllen. Denn durch reine Stoffmasken würden die Töne und Lautsprache "sehr stark gedämpft und dadurch für Schwerhörige teilweise nicht verstehbar", erklärt Werner Hagedorn. "Da der Gegenüber sich oft aus Angst oder Unwissen weigert, seine Maske kurzzeitig abzunehmen, ist unsere Kommunikation mit ‚Guthörenden‘ oft nicht möglich, was zu Ausgrenzung und Rückzug führt."

Transparente Mund-Nasen-Masken können das ändern, sagt Werner Hagedorn. Bisher wurden sie von manchen Unternehmen nicht anerkannt und das Betreten oder der Einkauf mit solchen Masken wurde untersagt, berichtet Werner Hagedorn. Nun sind sie als Community-Masken für Besucher und Personal "auch in Gastronomie, Einzelhandel und Friseurbetrieben zulässig, wenn sie den oben genannten Kriterien entsprechen", erklärt das Gesundheitsministerium.

Einige Betriebe und Regionen setzen bereits auf die Klarsichtmasken, zum Beispiel in Murnau und Bad Aibling. Die Stadt Bad Aibling hat 1.500 Klarsichtmasken gekauft und will sie an örtliche Gastgeber, Gastronomen, Einzelhändler und Dienstleister verteilen.

Verschiedene Firmen und selbstgenähte Masken

Mund-Nasen-Masken aus durchsichtigem Kunststoff stellen zum Beispiel "Smile by Ego" aus Murnau oder "Iuvas" aus München her. Der Verein Kunterbunte Inklusion aus Dachau hat im Juni über 200 Stoffmasken mit Sichtfenster hergestellt. "Die Resonanz war unglaublich", sagt Tanja Patti, zweiter Vorstand "Kunterbunte Inklusion e.V.". Die Anfragen kamen aus ganz Deutschland. Doch noch mehr Masken können sie nach eigenen Aussagen nicht produzieren.

"Wir wollten damit auch kein Geld verdienen, sondern ein Zeichen setzen! Die Idee war, damit auf Barrierefreiheit und Inklusion aufmerksam zu machen und im Landkreis entsprechend die Menschen zu versorgen", erklärt Tanja Patti. Für alle Interessierten haben die Mitglieder des Vereins eine Nähanleitung auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Damit kann man die Stoffmaske mit Sichtfenster selbst nachnähen.

Drei Kategorien von Masken

Die Klarsichtmasken zählen zur ersten Kategorie von Masken, wie sie das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte beschreibt. Diese Behelfs-Mund-Nasen-Masken oder auch DIY-Masken werden häufig selber hergestellt und damit nicht im medizinischen Bereich verwendet.

Nachdem nicht jede selbstgenähte Maske getestet werden kann, sind Communitymasken auch nicht zertifiziert als sicherer Schutz vor Coronaviren. Allerdings schreibt das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte, Studien hätten ergeben, dass durch das Tragen die Geschwindigkeit des Atemstroms oder der Speichelauswurf reduziert werden kann. Auch das bayerische Gesundheitsministerium bestätigt, dass man selbst "dabei auch geschützt (ist), wenn die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung von den anderen Personen beachtet wird."

Medizinischer Mund-Nase-Schutz in Pflege und Medizin

Die zweite Kategorie bilden Operationsmasken, die Medizinprodukte sind. Wer sie trägt, schützt andere. Sie "sollten dem pflegerischen und medizinischen Kontext vorbehalten bleiben", erklärt das bayerische Gesundheitsministerium.

Sogenannte partikelfiltrierende Halbmasken (FFP1-, FFP2- und FFP3-Masken) bilden die dritte Kategorie von Masken. Sie bieten Eigenschutz, gehören zur Schutzausrüstung und sind getestet und zertifiziert.

Hier finden Sie alle Beiträge zum Thema Coronavirus.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!