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Coronavirus: Run auf Schutzmasken - aber schützen die überhaupt? | BR24

© dpa-Bildfunk/Fabian Strauch

Frau mit Mundschutz vor einer Apotheke

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    Coronavirus: Run auf Schutzmasken - aber schützen die überhaupt?

    Die Sorge vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus lässt in Apotheken die Nachfrage nach Atemschutzmasken steigen, in Bayern sind sie vereinzelt bereits ausverkauft. Doch bringt der Mundschutz wirklich etwas?

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    Deutschland und auch Bayern gehen die Atemschutzmasken aus. Derzeit gebe es aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus und dem ersten bestätigten Fall in Bayern eine verstärkte Nachfrage.

    Atemschutz in einzelnen Apotheken bereits ausverkauft

    In einzelnen Apotheken ist der Mund- und Nasenschutz bereits ausverkauft. Er habe Entsprechendes von Betrieben in Unterfranken und München gehört, sagte ein Sprecher des bayerischen Apothekerverbandes am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

    Zudem sei es bei einigen Großhändlern schwierig, Nachschub zu bekommen. Auch der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels bestätigte, dass einzelne Großhändler die Nachfrage aus den Apotheken nicht bedienen könnten.

    Mediziner halten Masken nicht für sinnvoll

    Und das, obwohl Mediziner den Gebrauch von Atemschutzmasken im Zusammenhang mit der derzeitigen Situation hierzulande nicht für sinnvoll halten. Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie am Universitätsklinikum Regensburg, Bernd Salzberger, hält nichts von der Anwendung der Masken: "Persönlicher Schutz ist im Augenblick vollkommen unsinnig", sagte er der dpa.

    Sogenannte chirurgische Gesichtsmasken sind dem Experten zufolge zudem eigentlich nicht zum Schutz vor Ansteckungen gemacht, sondern sollen verhindern, dass möglicherweise infektiösen Tröpfchen aus dem Atemtrakt von Chirurgen in das Operationsgebiet gelangen.

    Arzt: "Schutz vor einer Infektion von außen ist sehr schlecht"

    Es ergebe Sinn, zum Beispiel als Grippekranker eine Maske zum Schutz anderer Menschen zu tragen. "Aber der Schutz vor einer Infektion von außen ist sehr, sehr schlecht damit", sagte Salzberger.

    Wie viele Atemschutzmasken in Bayern und Deutschland vergriffen sind, könne man nicht sagen. Konkrete Zahlen lägen bisher nicht vor, so Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

    Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) sowie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) raten von einem Mund-Nasen-Schutz für die Allgemeinbevölkerung ab, solange es sich nicht um einen Verdachtsfall handelt oder man in Kontakt mit Kranken ist.

    Statt Masken: Übliche Hygienemaßnahmen beachten

    Um die Ausbreitung von Atemwegserkrankungen zu vermeiden, sollten gute Händehygiene, eine sogenannte Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand zu Erkrankten eingehalten werden. "Diese Maßnahmen sind in Anbetracht der Grippewelle aber überall und jederzeit angeraten", schreibt das RKI.

    Wer husten und niesen muss, tut das besser nicht in die Hand, sondern in den Pullover oder Jackenärmel. Dann bleiben die Hände sauber. Beim Husten und Niesen sollte jeder wegen der Ansteckungsgefahr durch Tröpfchen auf größtmöglichen Abstand zu anderen gehen und sich wegdrehen.

    Tipps für richtige Handhygiene

    Die Hände sollten mehrmals am Tag für 20 bis 30 Sekunden mit Seife gewaschen werden und zwar nicht nur nach dem Toilettengang und vor den Mahlzeiten, sondern auch vor dem Zubereiten von Speisen. Natürlich sollten sie auch nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen, nach dem Kontakt mit Abfällen und vor dem Hantieren mit Medikamenten gründlich gereinigt werden.

    Auch ist es ratsam, die Hände vom Gesicht fernzuhalten und aufs Händeschütteln zu verzichten. In öffentlichen Einrichtungen sollten die Hände möglichst mit einem Papiertuch getrocknet werden.

    Auch Lüften hilft

    Genauso ratsam ist regelmäßiges Lüften im Büro oder zu Hause. Das wirkt der Ausbreitung der Viren in der Luft entgegen und senkt das Ansteckungsrisiko.

    Außerdem verbessert sich dadurch das Raumklima, was ein Austrocknen der Mund- und Nasenschleimhäute verhindert, die zur Abwehr von Viren wiederum sehr wichtig sind.

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