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Coronavirus: Produktion für Schutzmasken-Vlies in Franken boomt | BR24

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Wegen des Coronavirus sind Schutzmasken vielerorts ausverkauft. Das Vlies für die Masken stellt auch die oberfränkische Firma Sandler her. Derzeit liefern sie Material für fünf Millionen Masken am Tag.

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Coronavirus: Produktion für Schutzmasken-Vlies in Franken boomt

Wegen des Coronavirus boomt beim oberfränkischen Vliesstoff-Spezialisten, der Sandler AG, die Produktion für Schutzmasken-Vlies. Das Unternehmen aus Schwarzenbach an der Saale beliefert Kunden weltweit.

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Die Verbreitung des Coronavirus wirkt sich auch auf den oberfränkischen Vliesstoff-Hersteller Sandler AG aus – und zwar positiv. Denn durch die weltweit gestiegene Nachfrage nach Schutzmasken läuft die Produktion an Spezial-Vliesen am Firmensitz in Schwarzenbach an der Saale auf Hochtouren.

Vertrieb bis nach China

Sandler liefert momentan täglich Vlies für 5 Millionen Masken aus, erklärt eine Firmensprecherin auf BR-Anfrage. Dieser Spezialstoff wird dann von verschiedenen Maskenherstellern in Deutschland, anderen europäischen Ländern und nun auch in China weiterverarbeitet. Die chinesische Regierung hat angeordnet, dass alle 1,3 Milliarden Einwohner Masken tragen sollen. "Aufgrund der aktuellen Situation besteht zurzeit hoher Bedarf an Vliesstoffen für diese Anwendung, es herrscht Materialknappheit am Markt", teilt das Unternehmen auf BR-Anfrage mit.

Masken schützen vor Virenweitergabe

Solche Mundschutz- oder OP-Masken schützen übrigens weniger die Träger selbst vor einer Ansteckung, sondern sollen vor allem dafür sorgen, dass Kranke keine Viren weitergeben. Zusätzlich stellt Sandler auch Vlies für spezielle Atemschutzmasken her, die die Träger selbst schützen. Auch hier sei die Nachfrage gestiegen - "jedoch nicht im selben Maße wie die Nachfrage nach Vliesen für die OP-Masken", so eine Firmensprecherin.

Eigentlich nur ein Nischenprodukt

Die Herstellung dieser Masken-Vliese war bisher ein Nischenprodukt für Sandler gewesen. Denn in erster Linie beliefert das oberfränkische Familienunternehmen mit seinen verschiedenen innovativen Vliesstoffen vor allem rund um den Globus Hersteller von Windeln und anderen Hygiene-Artikeln sowie die Automobil- und Bauindustrie. Dort werden die Vliese zum Beispiel für Geräusch-Dämmung eingesetzt.

Umsatz steigt

Mit ihren Produkten zählt die Sandler AG weltweit zu den 15 größten Vliesstoff-Herstellern und vermeldet seit Jahren Steigerungen bei Umsatz und Personal. 2018 lag der Umsatz bei 322 Millionen Euro. Am Firmensitz in Schwarzenbach an der Saale sind aktuell rund 850 Mitarbeiter beschäftigt, 30 weitere in einem Werk im US-Staat Georgia.

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Wegen des Coronavirus boomt beim oberfränkischen Vliesstoff-Spezialisten, der Sandler AG, die Produktion für Schutzmasken-Vlies.