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Coronavirus-Patient Nummer 1: "Wie ich die Quarantäne erlebte" | BR24

© BR/Marcus Fahn

Audio: Der erste bayerische Corona-Patient ist aus der Quarantäne entlassen. Wie er die vergangen zwei Wochen und die Zeit mit dem Virus erlebt hat, erzählt er im Interview mit BAYERN 1-Moderator Marcus Fahn.

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Coronavirus-Patient Nummer 1: "Wie ich die Quarantäne erlebte"

Der erste Patient, bei dem das Coronavirus in Deutschland festgestellt wurde, war ein 33-jähriger Mitarbeiter der Firma Webasto aus dem oberbayerischen Stockdorf. Wie hat er die Krankheit erlebt? Darüber spricht er exklusiv im BAYERN 1 Interview.

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Am 28. Januar war bei dem jungen Mann die Krankheit diagnostiziert worden. Daraufhin kam er im Klinikum Schwabing in München isoliert in Quarantäne. Der erste bayerische Corona-Patient beschreibt seine Zeit in der München Klinik Schwabing als sehr belastend.

Patient erzählt exklusiv in BAYERN 1

Im exklusiven BAYERN 1 Interview sagte der Mann aus dem Landkreis Landsberg: "Wir haben sehr lange darauf gewartet, bis das Ministerium Kriterien für unsere Entlassung verfasst hat." Dabei seien er und seine Kollegen des Automobilzulieferers Webasto zu diesem Zeitpunkt längst symptomfrei und "gesund" gewesen.

"Dieses Warten hat einen sehr hohen psychischen Druck verursacht - wir waren gefangen", sagte der Mann, der anonym bleiben will. Gleichzeitig lobte er die professionelle medizinische Behandlung in der München Klinik Schwabing.

"Nicht so schlimm wie die Grippe"

Vor dem Hintergrund, dass die Bundesregierung inzwischen mit einer Corona-Epidemie rechnet, warnt der ehemalige Patient vor Panik und rät zu Gelassenheit: "Es ist natürlich ein neuer Virus, es ist aber nicht so schlimm wie die Grippe."

Der Mann hatte sich nach eigenen Angaben bei einer Kollegin aus China infiziert und die Symptome zunächst nicht ernst genommen. Als er von der Infektion der Kollegin erfahren hatte, ließ er sich testen.

Frau und Kinder vermisst - und die Freiheit

Die 18 Tage im Krankenhaus beschreibt er als eintönig: "Der Tag hat mit Fiebermessen angefangen - ich hatte nie Fieber. Es wurden Abstriche gemacht, ich habe geschlafen und Serien angeschaut und ich konnte mit meinem Laptop von dort aus arbeiten." Am meisten habe er seine Familie, vor allem Frau und Tochter, vermisst - und seine Freiheit.

Inzwischen lebt der 33-Jährige wieder zu Hause. Auflagen des Gesundheitsamtes verhindern aber weiterhin, dass er in der Firmenzentrale von Webasto arbeiten kann. Das sei erst möglich, wenn auch der "letzte Rest an Virus-DNA" aus seinem Körper verschwunden ist - auch wenn diese DNA bereits "tot" sei.

"Habe mir erstmal Pizza bestellt"

Auf die Frage von BAYERN 1 Moderator Marcus Fahn, was er nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus als erstes gemacht habe, sagte er: "Ich hab mir Pizza bestellt."

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