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Bildrechte: Sven Hoppe/dpa

Bayern erhöht die Bußgelder für Verstöße gegen die Coronona-Maskenpflicht. Dies sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) heute in München.

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Höhere Bußgelder für Masken-Verweigerer in Bayern

Bayern erhöht von heute an die Bußgelder bei Verstößen gegen die Masken- oder Quarantänepflicht deutlich, sagt Ministerpräsident Söder. Und in Rosenheim gelten ab sofort striktere Corona-Beschränkungen - dort wurde der Grenzwert überschritten.

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Von
  • Eva Lell
  • Jochen Eichner

In Bayern gelten von heute an höhere Bußgelder bei Verstößen gegen die Maskenpflicht und die Quarantänevorschriften. Unterdessen hat in Rosenheim das Gesundheitsamt mit sofortiger Wirkung Kontakt-Beschränkungen erlassen. Ziel ist es, die weitere Verbreitung des Corona-Virus zu unterbinden.

Rosenheim erlässt Kontakt-Beschränkungen

Nun müssen Reisende, die aus einem Risikogebiet kommen, einen verpflichtenden zweiten Coronatest machen - fünf bis sieben Tage nach ihrer Rückkehr. Zudem dürfen private Veranstaltungen draußen mit nur noch maximal 100 Personen stattfinden – in Innenräumen mit höchstens 50 Personen. Auch für Treffen in der Öffentlichkeit gelten nun strengere Regeln: in der Öffentlichkeit dürfen sich nur Menschen treffen, die zusammen wohnen - oder eine Gruppe aus maximal 5 Personen. Diese Regeln, die nun in Rosenheim gelten, kommen nicht bei allen gut an. Bei einer nicht-repräsentativen Umfrage in der Innenstadt meint ein Befragter, der Anstieg der Fallzahlen sei in den vergangenen Tagen nur sehr leicht gewesen, dagegen findet eine Passantin es gut, dass nun durchgegriffen werde.

Stadt setzt auf Signalwirkung

Wie lange diese Maßnahmen gelten werden, ist laut Thomas Bugl, dem Sprecher der Stadt Rosenheim, offen. Er sagte, 85 Prozent der Coronafälle ließen sich auf Rückkehrer aus Südosteuropa zurückführen. Die Stadt setzt bei der Verschärfung auch auf eine Signalwirkung, so Bugl.

Zahl der Neuinfizierten reißt Obergrenze

Die Zahl der Neuinfizierten binnen sieben Tagen lag in Rosenheim am Wochenende bei über 53,7 Personen pro 100.000 Einwohnern. Wenn die Grenze von 50 Neuinfektionen überschritten ist, werden örtlich besondere Maßnahmen ergriffen. Diese Regelung gilt seit Monaten bundesweit. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nannte die Reaktion der Behörden in Rosenheim vorbildlich.

Steigende Fallzahlen im gesamten Freistaat

Im gesamten Freistaat steigen die Coronafallzahlen, knapp 3.000 aktive Coronafälle sind derzeit bekannt - Bayern hat nach Nordrheinwestfalen bundesweit die höchsten Fallzahlen. Ministerpräsident Markus Söder nannte diese Entwicklung "besorgniserregend". Deshalb müsse die Staatsregierung die Zügel wieder anziehen: "Corona ist wieder da", so Söder.

Strafen für Maskenverweigerer erhöht

Am Donnerstag wollen die Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin darüber beraten. Sein Ziel sei, so Söder, dass die Wirtschaft sowie Schule und Kitas weiterlaufen können. In Bayern gelten ab heute verschärfte Bußgelder bei Verstößen gegen die Maskenpflicht. Dann werden 250 Euro werden fällig, bei wiederholtem Verstoß auch 500 Euro. Söder sagt, das tue dann schon weh. Die Polizei solle die Überwachung der Masken- und Quarantänepflicht ergänzen, so der Ministerpräsident. Bislang waren hierfür nur die Gesundheitsbehörden zuständig.

2000 Euro bei Verstößen gegen Quarantäne

Als Gründe für die steigenden Corona-Zahlen nannte Söder die Urlaubsheimkehrer sowie Heimkehrer, die Familie in Ost- und Südosteuropa besucht haben, und Leichtsinn. Bisher waren 150 Euro fällig, wenn trotz Maskenpflicht in Läden, Gasthäusern, Zügen und Bussen der Mund-Nasen-Schutz fehlte. 2.000 Euro Bußgeld stehen auf Verstöße gegen Quarantäneauflagen.

Woche der Entscheidung

Söder sprach mit Blick auf die Beratungen in Berlin von einer "entscheidenden Woche". Wörtlich sagte er: "Wenn wir auf der Ministerpräsidentenkonferenz keinen verbindlichen Rahmen bekommen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir negative Entwicklung nicht mehr verhindern können." Eine Einigung dürfte schwierig werden: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff und Sachsens Landeschef Michael Kretschmer, beide CDU, sehen in Sachen einheitlichem Bußgeldkatalog keinen Handlungsbedarf.

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