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Coronavirus: Gemeinschaftsunterkünfte als Risikofaktor? | BR24

© picture alliance / Uwe Anspach/dpa

Gemeinschaftsunterkunft (Symbolbild)

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    Coronavirus: Gemeinschaftsunterkünfte als Risikofaktor?

    Vor einer Woche schlossen Behörden ein Gilchinger Catering-Unternehmen, das auch Kliniken beliefert. Rund 50 Mitarbeiter, viele davon Asylbewerber, waren an Corona erkrankt. Ist die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften eine vermeidbare Gefahr?

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    Bei einem Catering-Unternehmen in Gilching (Lkr. Starnberg), das unter anderem Krankenhäuser beliefert, sind fast 50 Mitarbeiter mit Corona infiziert. Viele leben in Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber, in denen mittlerweile weitere Fälle bekannt geworden sind. Nun wird geprüft, ob Infizierte aus den fünf betroffenen Unterkünften womöglich auch in Alten- und Pflegeheimen gearbeitet haben.

    Corona-Ticker für Oberbayern

    Kaum Wohnraum in München

    Ausgerechnet Menschen, die in sensiblen Bereichen arbeiten, leben in einem Umfeld, in dem sich das Coronavirus besonders leicht verbreiten kann. Doch gerade im Ballungsraum München gibt es für sie kaum eine Alternative. Anerkannte Asylbewerber zum Beispiel dürften jederzeit ausziehen, sie gelten in Gemeinschaftsunterkünften sogar als "Fehlbeleger". Sozial- oder Mietwohnungen seien aber kaum zu kriegen, sagt der Starnberger Landrat Stefan Frey.

    "Wir vermitteln immer wieder Leute (….) auch in Wohnraum. Das ist auch eines unserer Ziele, dass wir eventuell mit Wohnberechtigungsscheinen auch sozialen Wohnraum zur Verfügung stellen können. Aber in unserem hochpreisigen Landkreis ist das natürlich ein schweres Unterfangen." Stefan Frey, Starnberger Landrat (CSU)

    Lockdown: Unterbringung in Hotels wäre möglich gewesen

    Der Bayerische Flüchtlingsrat hatte bereits im Frühjahr gefordert, dass Landkreise und Kommunen zum Beispiel Hotels und Jugendherbergen anmieten sollten, um Geflüchtete weniger beengt unterzubringen und das Corona-Risiko zu reduzieren. Damals wäre das möglich gewesen, sagte Sprecher Stephan Dünnwald dem Bayerischen Rundfunk. Jetzt, wo die Feriengäste zurückkämen, seien die Vermieter aber nicht mehr interessiert und die Chance verpasst. Auch hätte man das Angebot an Mitarbeiterwohnungen in Pflegeheimen ausbauen müssen, findet Dünnwald.

    Caterer in Gilching: Behörden testen weiter auf Corona

    Regierung: Geringer Prozentsatz Asylsuchender ist krank

    Aktuell sind 67 Asylsuchende in 17 Unterkünften an Corona erkrankt – 67 von 30.000 Asylsuchenden insgesamt, wie die Regierung von Oberbayern betont. Eine Sprecherin versichert auch, dass viele Einrichtungen inzwischen ohnehin nicht mehr so dicht belegt seien, weil gerade weniger Geflüchtete hierher kämen.

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