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Coronavirus: Drei weitere Infizierte in Bayern | BR24

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Inzwischen gibt es vier bestätigte Coronavirus-Fälle in Bayern: Das Gesundheitsministerium teilte mit, dass sich drei weitere Menschen infiziert haben. Auch sie sind Mitarbeiter der Firma Webasto, bei der auch der erste Betroffene beschäftigt ist.

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Coronavirus: Drei weitere Infizierte in Bayern

Inzwischen gibt es vier bestätigte Coronavirus-Fälle in Bayern: Laut Gesundheitsministerium haben sich drei weitere Menschen infiziert. Sie sind ebenfalls Mitarbeiter der Firma Webasto, bei der auch der erste Betroffene beschäftigt ist.

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Das neuartige Coronavirus greift weiter um sich: In Bayern haben sich drei weitere Menschen infiziert. Es gebe einen Zusammenhang mit dem ersten bestätigten Fall der neuen Lungenkrankheit in Deutschland, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am Abend mit.

In der Nacht auf Dienstag war zunächst bekanntgeworden, dass sich ein 33 Jahre alter Mann aus Kaufering im Landkreis Landsberg am Lech angesteckt hatte, der beim Automobilzulieferer Webasto in Stockdorf im Landkreis Starnberg arbeitet. Das Ministerium erklärte am Abend, auch die drei weiteren Infizierten seien Mitarbeiter dieser Firma.

Der 33-Jährige hatte vergangene Woche bei Webasto an einem Meeting teilgenommen - mit dabei waren auch drei chinesische Gäste. Bei einer Kollegin aus Shanghai, mit der der Mitarbeiter laut einer Unternehmenssprecherin den ganzen Tag in einem Raum gesessen hatte, steckte er sich an.

Webasto schließt Standort Stockdorf vorübergehend

Es wurde laut Gesundheitsministerium entschieden, dass neben dem 33-Jährigen auch die drei neuen Patienten im Klinikum München-Schwabing stationär aufgenommen und dort medizinisch überwacht und isoliert werden.

Nun sind weitere Tests auf das Coronavirus geplant: "Es wurden insgesamt rund 40 Mitarbeiter der Firma ermittelt, die als enge Kontaktpersonen in Frage kommen", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml. Die Betroffenen würden am Mittwoch vorsichtshalber getestet.

Die Firma Webasto erklärte unterdessen, dass der Standort Stockdorf bis zum 2. Februar geschlossen bleibt. Bis dahin sollen Mitarbeiter der Firmenzentrale auch nicht an nationale und internationale Standorte reisen.

Spahn plant weitere Eilverordnung

Der Erreger 2019-nCoV war erstmals in der zentralchinesischen Millionenmetropole Wuhan beim Menschen aufgetreten. Die chinesischen Behörden konnten die Ausbreitung bislang nicht stoppen. Nach offiziellen Angaben starben mehr als 100 Menschen, mehr als 4.500 infizierten sich.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Meldepflicht für Coronavirus-Erkrankungen per Eilverordnung senken. Bei Flügen aus China sollen die Piloten vor dem Landen an deutschen Flughäfen den Tower über den Gesundheitszustand der Passagiere informieren, wie der Minister mitteilte. Reisende aus China sollen in Formularen Angaben zu ihrem Flug, ihrem Aufenthaltsort und ihrer Erreichbarkeit in den nächsten 30 Tagen machen.

Wie Spahn weiter sagte, sollen Kliniken künftig auch schon begründete Verdachtsfälle auf das Coronavirus an das Robert Koch-Institut melden müssen - nicht nur bestätigte Fälle. "Die Gefahr für die Gesundheit der Menschen in Deutschland bleibt nach unserer Einschätzung weiterhin gering", bekräftige Spahn. "Für übertriebene Sorge gibt es keinen Grund."

EU fliegt Hunderte Europäer aus Wuhan aus

Derweil sollen zwei Flugzeuge Hunderte EU-Bürger aus der Region Wuhan in China herausholen, die am stärksten vom Coronavirus betroffen ist. Die erste Maschine soll nach Angaben der EU-Kommission am Mittwochmorgen in Frankreich nach China starten und dann etwa 250 Franzosen nach Hause fliegen. Das zweite Flugzeug solle im Laufe der Woche folgen und mehr als 100 Europäer aus anderen EU-Ländern heimbringen.

Die EU werde die Transportkosten der beiden Flugzeuge mitfinanzieren, teilte die Kommission weiter mit. EU-Bürger könnten sich weiterhin melden, wenn sie aus der betroffenen Region heimgeholt werden wollten. Jedoch dürften nur gesunde oder symptomfreie Bürger die Reise antreten.

Münchner Virologin warnt vor Panikmache

Die Virologin Ulrike Protzer vom Helmholtz-Zentrum an der TU München warnte derweil im BR Fernsehen erneut vor Panikmache. Die Gefahr, sich mit dem Virus zu infizieren, sei in Deutschland ihrer Ansicht nach sehr begrenzt, sagte Protzer. Man müsse "die Kirche im Dorf lassen." Bei Grippesymptomen wie plötzlichem hohem Fieber und Gliederschmerzen empfahl die Medizinerin in jedem Fall einen Arztbesuch. Sie wies darauf hin, dass derzeit in Deutschland etwa 32.000 Menschen an Grippe erkrankt seien.

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In Bayern wurden drei weitere Coronavirus-Fälle vom Gesundheitsministerium bestätigt. Auch sie sind Mitarbeiter der Firma Webasto, bei der auch der erste Betroffene beschäftigt ist.

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